US-Präsidentschaftswahl 2012 - Artikel 27.08.2012, 20:39 Uhr

Hier gibt es keine Zweifel an Obama

Im Chicagoer Viertel Hyde Park kennt jeder die Obamas, hier ist die Heimat des Präsidenten – Friseur Zariff besucht ihn noch immer regelmäßig.

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Zariff, hier in seinem Hyde Park Hair Salon in Chicago ist in Sachen Barack Obama eigentlich nicht auf Informationen aus Zeitschriften angewiesen. Der Mann ohne Nachnamen ist bis heute der Friseur des Präsidenten. Foto: LAIF

Zariff, hier in seinem Hyde Park Hair Salon in Chicago ist in Sachen Barack Obama eigentlich nicht auf Informationen aus Zeitschriften angewiesen. Der Mann ohne Nachnamen ist bis heute der Friseur des Präsidenten. Foto: LAIF

Von Steffi Dobmeier

CHICAGO . Früher kam Barack Obama einfach zur Tür herein, nickte Tony und Ishmael zu, gab Zariff mit einem breitem Grinsen im Gesicht die Hand, und setzte sich auf den schwarzen Lederstuhl. Zariff legte ihm einen der schwarzen Nylon-Umhänge über und eine weiße Papiermanchette um den Hals. Dann nahm er den Haartrimmer, drückte auf den schwarzen Knopf und legte los.

Früher – das war bevor aus Barack Obama der Präsident der Vereinigten Staaten wurde. Bevor der Secret Service ganze Straßenzüge sperren musste, wenn der Mann sich mal die Haare schneiden lassen wollte. Das ist ein paar Jahre her. Im Hyde Park Hair Salon von Zariff, einem kleinen, unscheinbaren Barber-Shop mit Neonschrift im Fenster und Postern von Muhammed Ali an den Wänden, im Süden von Chicago, war Barack Obama seither nicht mehr. Zu viel Aufwand für die 20 Minuten, die es dauert, um eine Präsidentenfrisur zu machen. Zariff, ohne Nachnamen, dafür mit breiten Schultern und muskelbepacktem Rücken, fliegt deshalb jetzt ungefähr zwei Mal im Monat nach Washington. Wie oft genau, das will er nicht sagen. „Klar ist aber: Außer mir schneidet dem Präsidenten niemand die Haare.“

Obama ist einer von ihnen

Zariff ist stolz, so wie hier im Viertel Hyde Park alle stolz sind auf den Präsidenten. Er ist einer von ihnen, er lebte hier, das Haus seiner Familie steht nur wenige Blocks vom Barber Shop entfernt. Hier lehrte er an der juristischen Fakultät der Uni, saß in den Cafés und lief durch die Straßen. Die Nachbarn sind mehrheitlich schwarz, es gibt viele Professoren und Ärzte, genauso viele Barbesitzer und Verkäufer in Billigboutiquen. Es ist ein buntes Viertel, studentisch geprägt, mit vielen roten Backsteinhäusern und den von großen Bäumen gesäumten Straßen. Es liegt rund 11 Kilometer südlich der Innenstadt, nicht weit vom Lake Michigan entfernt, dazwischen ist nicht viel. Außer großen Straßen, einfachen Häusern, Sportplätzen und großen Supermärkten.


 

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