Regensburger Politbarometer 2012 11.05.2012, 14:45 Uhr

Umfrage: CSU wird nicht zum Regieren gebraucht

In der repräsentativen MZ-Erhebung stürzen die Christsozialen ab. Den OB-Sessel würden sie an Joachim Wolbergs (SPD) verlieren.


        Joachim Wolbergs (links) hat nach einer MZ-Umfrage die besten Chancen, OB Hans Schaidinger zu beerben. Foto: altrofoto.de

Joachim Wolbergs (links) hat nach einer MZ-Umfrage die besten Chancen, OB Hans Schaidinger zu beerben. Foto: altrofoto.de

Von Josef Pöllmann, MZ

Regensburg. Droht die CSU bei der Kommunalwahl 2014 in einer weiteren bayerischen Großstadt in der Bedeutungslosigkeit zu versinken? Nach einer repräsentativen Umfrage der Mittelbayerischen Zeitung wären die Christsozialen nach derzeitigem Stand nicht mehr nötig, um eine Stadtregierung für Regensburg zu bilden. Und auch den OB-Sessel würden sie nach der Ära Hans Schaidinger aktuell an den SPD-Mann Joachim Wolbergs verlieren.

Wäre am Sonntag Stadtratswahl, würden sich derzeit nur noch 22 Prozent der Regensburger auf die innerparteilich zerstrittenen Christsozialen festlegen – acht Prozent weniger als bei der MZ-Umfrage 2011. Für die Partei könnte es aber noch dicker kommen: Wenn die Liste „Bürger für Regensburg“, eine Gruppe enttäuschter und wegen des Parteienstreits frustrierter CSU-Mitglieder, bei der Kommunalwahl 2014 Erfolg hat, dürfte das einen weiteren Aderlass für die Mutterpartei bedeuten. Noch ist die Gruppe „Bürger für Regensburg“ allerdings zu unbekannt. Die SPD wäre im Moment stärkste Kraft. Die Sozialdemokraten kommen auf 23 Prozent. Die Piraten erreichen in der repräsentativen MZ-Befragung vier Prozent. Genau der Stimmenanteil, den die Grünen (jetzt 6 Prozent) gegenüber 2011 verlieren.

Für die Regierungsbildung könnte das Folgendes bedeuten: Wegen der Zerstrittenheit der CSU dürfte die Große Koalition nach jetzigem Stand ausscheiden. Ob es für eine sehr knappe rot-grüne Mehrheit reichen könnte, scheint nicht ausgeschlossen. Am wahrscheinlichsten dürfte es aber sein, dass sich der neue OB für jede Entscheidung eine Gestaltungsmehrheit suchen müsste.

Entscheidend, sagt Marktforscher Professor Dr. Edgar Feichtner von der Firma „mafotools GmbH“, werde der Kampf um die unentschlossenen Wähler sein, die nach der repräsentativen Befragung immerhin 30 Prozent ausmachen.

Bei der OB-Wahl wäre nach jetzigem Stand alles klar: SPD-Kandidat Joachim Wolbergs (29 Prozent) liegt klar vor Christian Schlegl (10), dem CSU-Fraktionschef im Stadtrat.

Die MZ ließ zum zweiten Mal die politische Stimmung in Regensburg erheben. Marktforscher Edgar Feichtner von der Fimra „mafotools GmbH“ steht für die repräsentativen Ergebnisse. Hier Details: Für die Politik-Umfrage der MZ gab es eine Stichprobe von 400 verwertbaren Interviews. Übrigens: Für das bundesweite ZDF-Politbarometer Ende April hat die Forschungsgruppe Wahlen 1254 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch erhoben. Die Methodik der MZ-Umfrage entspricht der Vorgehensweise bei der Ermittlung des ZDF-Politbarometers durch die Forschungsgruppe Wahlen.


 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

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