Hintergrund-Thema 14.12.2009, 18:00 Uhr

Proteste von Afrikanern belasten Klimagipfel in Kopenhagen

Deutschland auf Klimaschutz-Rangliste abgerutscht

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Proteste vor allem afrikanischer Länder gegen die Industriestaaten haben den Auftakt der zweiten Woche der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen belastet. Deutschland wurde in der Klimaschutz-Rangliste von Germanwatch indes auf Rang vier herabgestuft.

Proteste vor allem afrikanischer Länder gegen die Industriestaaten haben den Auftakt der zweiten Woche der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen belastet. Deutschland wurde in der Klimaschutz-Rangliste von Germanwatch indes auf Rang vier herabgestuft.

Pünktlich zu Beginn der entscheidenden zweiten Woche des Weltklimagipfels hat die Entwicklungsorganisation Germanwatch in Kopenhagen ihre jährliche Klimaschutz-Rangliste von 57 Staaten präsentiert. Deutschland rutschte dabei von Rang zwei auf den viertbesten Platz ab. Überschattet wurde der Auftakt der zweiten Verhandlungswoche von Protesten afrikanischer Delegierter, die zeitweise die Gespräche boykottierten.

Erstmals schnitt mit Brasilien ein Schwellenland am besten ab, auch wenn Germanwatch aus Kritik am zu zaghaften Kampf der Länder gegen die Erderwärmung die Plätze eins bis drei erneut nicht vergab. Deutschland, das vergangenes Jahr noch als Zweitbester abgeschnitten hatte, landet im Klimaschutz-Index 2010 diesmal auf dem viertbesten Platz. Schlusslichter sind Kanada und Saudi-Arabien.

Selbst bei Ländern, die weit vorn platziert wurden, sei noch längst nicht alles "im grünen Bereich", bemängelte Germanwatch. Vordere Plätze "zeigen lediglich, dass die Länder besseren Klimaschutz betreiben als andere". Kein Land aber unternehme "genug, um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern". Deswegen seien wie bereits vergangenes Jahr die Plätze eins bis drei leer geblieben. Der Index stuft die Länder nach ihrem Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) ein. Zusammen sind die untersuchten Staaten Germanwatch zufolge für mehr als 90 Prozent der CO2-Emissionen weltweit verantwortlich.

Bei dem geschlossenen Protest der 53 afrikanischen Staaten, der von weiteren in der Gruppe G-77 zusammengeschlossenen Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützt wurde, ging es vor allem um die Zukunft des Kyoto-Protokolls. Während die meisten Schwellen- und Entwicklungsländer dieses Klimaschutzabkommen, dessen erste Verpflichtungsperiode 2012 ausläuft, für die Zeit danach weiterentwickeln wollen, dringen besonders die USA auf ein völlig neues Abkommen.

Die US-Regierung betrachtet die bisherige Regelung des Kyoto-Protokolls als unfair, wonach nur den Industriestaaten bindende Verpflichtungen zur Reduzierung ihres CO2-Ausstoßes auferlegt werden. Die afrikanischen Staaten beendeten ihren Verhanldungsboykott nach fünf Stunden, nachdem sie Zusicherungen erhalten hatten, dass das Kyoto-Protokoll nicht beiseite gedrängt werden solle.

 

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