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Steuerzahler müssen für marodes Atommülllager Asse zahlen
Grüne und Greenpeace kritisieren Regierungspläne
Die Kosten
für das einsturzgefährdete Atommülllager im
niedersächsischen Asse sollen die Steuerzahler
übernehmen. In einer von der Regierung in den Bundestag
eingebrachten Novelle des Atomgesetzes heißt es:
"Die Kosten für den Weiterbetrieb und die
Stilllegung trägt der Bund." Über das Gesetz
soll am Freitag im Bundestag abschließend entschieden
werden. Die Grünen und die Umweltschutzorganisation
Greenpeace kritisierten die Pläne.
Die große Koalition weicht damit von dem Grundsatz in
dem Atomgesetz ab, dass die Verursacher von Atommüll
für den Betrieb und die Stilllegung von Endlagern
aufkommen müssen, wie die "Berliner
Zeitung" berichtet. Demnach begründet die
Koalition dies in dem Antrag mit den "Besonderheiten der
Schachtanlage Asse", in der radioaktives Material im
Rahmen der atomaren Forschung eingelagert worden sei.
Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia
Kotting-Uhl, sagte dem Blatt, die Energiekonzerne
dürften sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Sie
verwies auf einen bislang unveröffentlichten
Asse-Inventarbericht, aus dem hervorgehe, dass ein
Großteil der in Asse gelagerten Abfälle letztlich
von den Akw-Betreibern stamme.
"Wieder einmal soll der Steuerzahler bezahlen, was
große Konzerne verbockt haben", erklärte
Thomas Breuer, Leiter des Klima- und Energiebereichs der
Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die Atomindustrie habe
jahrzehntelang von der "billigen
Entsorgungsmöglichkeit" in Asse profitiert. Nach
dem Verursacherprinzip müssten jetzt vor allem RWE und
andere "für das unverantwortliche Verklappen in dem
maroden Salz-Bergwerk bezahlen".
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