|
Hauptschüler räumen beim ZDF-Wettbewerb ab
Abensberg
. Vier Minuten dauert ihr Film – der Siegerfilm. Denn mit ihrem Kurzbeitrag „Aventinus“ haben die ehemaligen Siebtklässler der Aventinus-Hauptschule den zweiten Platz beim ZDF-Wettbewerb „Geschichte vor der Haustür“ abgeräumt. Gestern haben sie im Stadtmuseum ihr Werk aus dem Jahr 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Idee vom Religionslehrer – und späteren Kameramann – Rudolf Tuscher, sich 2009 mit einem Film an einem Wettbewerb zu beteiligen, stieß bei den Schülern auf offene Ohren. 20 Schüler haben sich an die schwierige Fragestellung gewagt: War Aventinus ein Anhänger der Reformation? Dann wurde der Lebenslauf des berühmten Humanisten zusammengestellt. Dieser wird im Film von verschiedenen Schülern mit Schildern dargestellt. „Dann haben wir alle Orte aufgesucht, die mit Aventinus zu tun haben“, sagt die Klassensprecherin Cynthia Kraus. Jeder habe freiwillig den Part im Film übernommen, den er wollte.
Sie haben auch die Originalwerke von Aventinus im Stadtmuseum besichtigt. Für den Schluss des Films überlegten sich die Schüler, welche Plätze und Orte in Abensberg noch nach dem berühmten Sohn der Stadt benannt werden könnten. Zwei Tage lang dauerten die Dreharbeiten. Der Film ist nicht perfekt: Die Kamera wackelt, der Ton klingt nicht überall gleich. Aber die Technik ist nebensächlich – was zählt, ist die Idee und ihre Umsetzung. „Ihr habt Mut, Selbstvertrauen und Können vor der Kamera bewiesen“, sagte Rudolf Tuscher, „und dazu noch Werbung für die Stadt und die Aventinus-Hauptschule gemacht.“
Der Preis für ihre Mühen: die DVD-Sammlung „Die Deutschen“ vom ZDF und Pizzas von der Stadt Abensberg. „Die Hauptschüler haben bewiesen, dass sie belastbar sind“, sagte Bürgermeister Dr. Uwe Brandl, der die Pizzas spendiert. Die Jugendlichen haben, so Brandl, mit dem Film Bezug zu ihrer Heimatstadt hergestellt. „Es ist wichtig zu wissen, woher man kommt“, sagte er. Für Tobias Hammerl, Leiter des Stadtmuseums, zeige der Film, wie zwei Institutionen Museum und Schule zusammen arbeiten können. „Auch ich habe bei dem Projekt dazugelernt“, sagte er.
|