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Obama live an der Uni Regensburg
Zur Antrittsrede saßen fast 500 Regensburger Zuhörer in der ersten Reihe.
Regensburg
Von Antje Karbe, MZ
. Millionen Menschen warteten am Dienstag gespannt auf Barack Obamas Antrittsrede. Die Regensburger saßen in der ersten Reihe: Im vollen Hörsaal 15 verfolgten fast 500 Studenten und Dozenten per live-Schaltung aus Washington Obamas „Botschaft der Hoffnung“.
Auf dem neuen Präsidenten ruhten in der Tat viele Hoffnungen, bestätigte US-Generalkonsul Eric Nelson, der mit Leibwächtern aus München angereist war. Umso wichtiger Obamas Appell an jeden einzelnen Amerikaner, sich einzubringen. „Das finde ich sehr inspirierend“, zog Nelson Bilanz.
Gemeinsam mit denVeranstaltern – Prof. Udo Hebel, Prof. Stephan Bierling, Prof. Volker Depkat – analysierte er auf dem Podium Obamas Worte: Der Abend war vorläufiger Höhepunkt der Ringvorlesung „Decision 2008“, mit dem die Uni den US-Präsidentenwahlkampf begleitet hatte.
Obamas Worte als Fortsetzung des berühmten Kennedy-Zitats „Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann, fragt, was Ihr für Euer Land tun könnt“?, fragte MZ-Moderator Christian Kucznierz. „Die Referenzen waren alle da, aber nicht zu offensichtlich“, urteilte Hebel. „Eine sehr verdichtete Rede.“ Besonders beeindruckt habe ihn der Ausdruck „Patchwork of Tradition“: Das bunte Erbe Amerikas, zu dem alle Religionen und Kulturen gehörten. „Die USA feiern sich heute bewusst als multikulturelle Nation, weg von der Schmelztiegel-Theorie“, analysierte Depkat.
Neue Wege auf der Basis alter Werte – manchem Zuhörer war das nicht konkret genug. Obama habe betont, die Menschenrechte nicht der Sicherheit opfern zu wollen, eine Absage an Bushs Politik, setzte das Podium dagegen. Auch habe er der muslimischen Welt in seiner Rede die Hand gereicht. Ob ihn das nicht als schwachen Präsidenten erscheinen lasse, wollte ein Zuhörer wissen. Er habe der Welt amerikanische Führung angeboten und klar gemacht, dass er die Interessen der USA fest im Blick habe, sagte Bierling.
„Nach meiner Einschätzung hat er bisher alles richtig gemacht“, urteilte Hebel. Auch der Versprecher beim Amtseid wurde Obama sympathisch-menschlich ausgelegt. „Hätte McCain es fehlerlos gemacht?“, so die augenzwinkernde Frage aus dem Publikum. Ihm hätte der „afroamerikanische Unterton“ gefehlt, antwortete Hebel. „1963 stand Martin Luther King direkt gegenüber von Obamas Rednerpult und sprach für seine Bewegung. Dies war heute ein historischer Moment.“
http://uspolitics.america.gov/uspolitics/government/inauguration.html
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