|
Das fordern Deutschlands Studenten
Sie wollen bessere Lernbedingungen, an Unis mitentscheiden dürfen – und keine „Hürden“ in Form von Studiengebühren.
Regensburg
. Was genau wollen die Studierenden an Deutschlands Hochschulen verändern? Auf der Agenda stehen viele Wünsche, die MZ hat die wichtigsten Kernforderungen zusammengefasst.
Neuer Kurs bei Bachelor-
und Masterstudiengängen
Die Einführung von Bachelor und Master 1999 sollte Studienabschlüsse europaweit vergleichbar machen und mehr Mobilität im Hochschulbereich schaffen. Dies sei nicht gelungen, kritisieren die Bildungsstreikenden – und Politiker und Hochschulen geben ihnen Recht. Der Bachelor wurde an Unis auf sechs Semester angelegt, auch auf Drängen von Politik und Wirtschaft. Das scheint sich mit den Inhalten zu beißen: Arbeitspensum und Prüfungen lassen Studenten kaum Zeit für Auslandssemester, freiwillige Wahlfächer oder Nebenjobs geschweige denn für ehrenamtliche Tätigkeiten, so die Kritik.
Die Studenten sprechen von „Verschulung“ und fordern Freiräume, zum Beispiel durch eine Studienzeitverlängerung im Bachelor. „Außerdem wollen wir Masterstudiengänge für alle, ohne Zulassungsbeschränkungen“, sagt Martin Witte, Vorsitzender des Studentischen Konvents an der Regensburger Uni. Denn bisher ist umstritten, ob die Bachelorabschlüsse in der Wirtschaft überall anerkannt werden. Aber nicht jeder wird für den weiterführenden Master zugelassen.
Reformbedarf sieht auch die hiesige Universitätsleitung. „Die Uni klärt derzeit den Status quo über ein internes Qualitätsmanagement“, sagt Pressesprecher Alexander Schlaak. Man evaluiere Bachelorstudiengänge und werde dann die besten Beispiele zum Standard erheben. „Ein vierjähriger Bachelor wäre auch eine Option.“ An der Hochschule für angewandte Wissenschaften Regensburg (HS.R) wird der Bachelor ohnehin in sieben Semestern absolviert, das weggefallene Praktikumssemester als Vorpraktikum abgeleistet. Tatsächlich sei ein Studiengang heute ein 8-Stunden-Tag, der Anteil selbstständigen Lernens gestiegen, sagt Prorektor Prof. Wolfgang Bock. Der Druck für Verkürzungen sei aus dem Ministerium gekommen, beantrage eine Hochschule eine Verlängerung auf acht Semester, müsse sie das „seitenweise begründen“.
|