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Mit dem Schlafsack zur Protestnacht
Regensburger Studenten halten einen Hörsaal besetzt. Zwischen Bier-Hamsterkäufen und Livebands streiken sie für ihre Zukunft. Die MZ war dabei.
Regensburg Von Pascal Durain, MZ
. Bier und Bildung – Protest und Party: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag besetzen die Regensburger Studenten den Hörsaal 2 (H2) ihrer Universität. Sie sind hier, weil sie gegen die Umsetzung der Hochschulreform protestieren und der Obrigkeit zeigen wollen, dass es um ihr wichtigstes Gut geht: ihre Bildung und den Grundstein ihrer Zukunft. „Es hat schon seit langem ein stiller Unmut geherrscht. Dass der kaum zum Ausdruck kam, wurde unserer Generation oft vorgeworfen. Aber jetzt reicht’s uns dann doch – und in ganz Europa solidarisieren sich die Studenten“, erklärt Paul S. „Ich weiß nicht, ob das, was wir hier tun, legal ist, aber es ist auf jeden Fall zu 100 Prozent legitim“, sagt der 24-jährige Politikwissenschaftler. Der Spaß dürfe dabei nicht verloren gehen – aber auch nicht die konstruktive Arbeit.
Jubel über den Ausgleich
Die Stimmung ist gut gegen 22 Uhr: Auf den Betonbänken im Vorraum des Hauptgebäudes wird geraucht – bei Bierchen und Linsencurry aus Plastikschalen. Gegenüber des Hörsaals prangt ein Plakat, das eine rauchfreie Besetzung ankündigt – später geht es in Flammen auf. Im Hintergrund dröhnt die schwere Musik einer Rockband. Danach dringt Elektro, Punk und Pop aus den Boxen. Aus dem Kopfnicken wird ein die ganze Nacht dauerndes, rhythmisches Gezappel.
Im besetzten Hörsaal läuft Fußball: Deutschland gegen die Elfenbeinküste. Die DFB-Elf liegt hinten – dann der Ausgleich, dann Jubel, dann kommt der Biernachschub – es werden Tragehelfer über die Sprechanlage gesucht. Als es wieder Flüssiges am Getränkestand am Ende der Empore gibt, gehen die Hamsterkäufe los: Bier und Spezi gibt es für einen Euro. Die Ressourcen sind rar und viele schleppen das, was sie tragen können.
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