Gruber knapp gewählt: Sorge um Einheit der Wehr
Michael Gruber
OBERNDORF. Großes Programm bei der Jahresversammlung der Feuerwehr Oberndorf: Nicht nur die Vereinsführung, auch der Kommandant musste neu gewählt werden. Und hier hatte die Oberndorfer Wehr ein Luxusproblem. Wo sich andere Wehren manchmal schwertun, jemanden für diesen verantwortungsvollen Posten zu finden, standen in Oberndorf mit Anton Bierek und Michael Gruber gleich zwei Bewerber bereit.
Gleichstand im ersten Durchgang
Weil die Gunst der Aktiven ziemlich gleichmäßig auf beide Bewerber verteilt war, reichte ein Wahldurchgang nicht aus. 11:11 bei drei Enthaltungen hieß es zunächst. Für den zweiten Durchgang forderte deshalb der Wahlleiter, amtierender Bürgermeister Josef Geitner, alle auf, Farbe zu bekennen und auf Enthaltungen zu verzichten. Die Aktiven beherzigten dies und Michael Gruber (32) wurde mit dem hauchdünnen Vorsprung von 13:12 Stimmen zum neuen Kommandanten der Wehr gewählt.
Einfacher lag die Sache bei der Wahl des Vorsitzenden des Feuerwehrvereins. Der bisherige Vize Josef Gleixner sprang hier in die Bresche. Johann Westermeier, der seit 2004 Vorsitzender war, kandidierte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr und ließ der Wehr schriftlich Grüße zukommen. Gleixner hatte es bei den Wahlen 2004 abgelehnt, Vorsitzender zu werden, diesmal übernahm er das Amt – nicht ohne mahnende Worte. Die beinhalteten einen Appell an alle Vereinsmitglieder: „Ein Verein besteht aus seinen Mitgliedern, und ein Vorsitzender ist nicht Diener der Mitglieder. Ich erwarte, dass die Mitglieder sich aktiv einbringen.“
Zu der Situation nach der Kommandantenwahl sagte Gleixner, dass er sich die Unterstützung aller Aktiven für den neuen Kommandanten wünsche. Die Feuerwehr sei eine Zweckgemeinschaft, in der es darum gehe, Schaden von den Menschen und dem Dorf abzuwenden. Deshalb: „Steht zu eurem Kommandanten!“ Auch Maximilian Kefer, der federführende Kommandant der Großgemeinde, appellierte an die Aktiven: „Unsere Aufgabe ist es, anderen zu helfen. Das müssen wir in den Vordergrund stellen.“ Die Wahl des Kommandanten habe ihm etwas weh getan, sagte Kefer. Er hoffe, dass sich die Wehr jetzt nicht in zwei Lager spalte.



