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Kelheim

Meldung vom 20.01.2010, 16:57 Uhr

Bischof besucht Pfarreien im Landkreis

landkreis. Morgen kommt der Oberhirte zur „Visitation“ in das Dekanat Kelheim. Regionaldekan Johannes Hofmann verriet der MZ, was man sich in heutiger Zeit darunter vorzustellen hat.

Was versteht man in der katholischen Kirche eigentlich unter einer Visitation ?

Die Visitation meint den Besuch des Bischofs in allen Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen in der Diözese. Die Diözese Regensburg ist aber flächenmäßig sehr groß. Sie ist deshalb in acht Regionen untergliedert – die Region Kelheim ist eine davon. Jede Region hat einen Regionaldekan und der besucht etwa alle zehn Jahre im Auftrag des Bischofs die Pfarreien. Der Bischof kommt dann noch zum Abschluss der Visitation und stattet ausgewählten Einrichtungen einen Besuch ab. Deshalb ist morgen Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller bei uns.

Welchen Zweck hat die Visitation? Kontrollieren Regionaldekan und Bischof die Arbeit in den Pfarreien?

Es geht nicht um Kontrolle, sondern darum, sich um die Pfarreien zu kümmern. Der Regionaldekan schaut: Wie geht es den Pfarrern? Welche Sorgen und Nöte haben die Seelsorger vor Ort? Wie steht es um den baulichen Zustand der Kirche? Er verbringt Zeit in den Gemeinden, in katholischen Kindergärten, Caritas-Stellen und anderen kirchlichen Einrichtungen und hört sich an, was die Mitarbeiter bewegt.

Als Regionaldekan für die Region Kelheim waren Sie selbst in den Gemeinden unterwegs. Welche Sorgen haben die Priester?

Die Pfarreien sind sehr unterschiedlich. Aber ein Problem, das ich oft gehört habe, ist: Wie kann man heute den Glauben so weitergeben, dass er ankommt bei den Menschen? Vor 50 Jahren war es noch selbstverständlich am Sonntag in die Kirche zu gehen. Heute machen viele noch bis zur Erstkommunion mit, und dann bricht das Interesse an der Kirche ein. Das ist unsere größte Not: Wie sprechen wir die Leute, wie sprechen wir Familien an?



Johannes Hofmann
Johannes Hofmann
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