Kelheim - Nachrichten 24.01.2010, 19:17 Uhr

Mühlhausen: Schweinemäster will Bestand um die Hälfte erhöhen

Statt bisher circa 950 Schweinen sollen künftig fast 1500 in einem Stall am Ortsrand von Mühlhausen leben.

Statt bisher circa 950 Schweinen sollen künftig fast 1500 in einem Stall am Ortsrand von Mühlhausen leben.

Künftig sollen statt derzeit rund 950 Tieren fast 1500 im Stall stehen. Neustadts 2. Bürgermeister Hans Weber, von Haus aus ein vorsichtiger Mensch und selbst Landwirt, geht davon aus, dass diese Vergrößerung eine „gewisse Belastung für das Dorf“ mit sich bringt.

Webers Sorge kommt nicht von ungefähr. Nahezu immer, wenn in den vergangenen Jahren Mastbetriebe gebaut wurden, gab es für die Bauherren Schwierigkeiten. Die Bürger befürchten vor allem Gestank und Fliegen, mitunter sogar Geschäftseinbußen. Nicht selten werden Unterschriften gegen den Bau von Mastanlagen gesammelt, bisweilen werden sogar Bürgerinitiativen gegründet.

Weber weiß das und er kennt die Gründe. Der vielleicht wichtigste ist die Nähe zu Wohngebieten. Genau das ist auch bei dem Betrieb in Mühlhausen der Fall. Er befindet sich am nordöstlichen Ortsrand, nicht weit von der Wohnbebauung. Weil das Projekt in Mühlhausen damit eine gewisse Sensibilität besitzt, hat es der Neustädter Bauausschuss, der das Thema vor wenigen Tagen erörtern wollte, kurzerhand auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gesetzt. Die findet am 9. Februar statt und dann werde öffentlich über die Betriebserweiterung gesprochen, erklärt Albert Moser, Leiter des Sachgebiets Baurecht in der Stadtverwaltung Neustadt. Er stellt auch klar: „Es geht in der Sitzung um einen Bauantrag.“ Und der 2. Bürgermeister ergänzt: „Uns geht es in erster Linie darum, dass die Bürger informiert sind.“

Im Vergleich zu anderen Bauprojekten von Schweinemästern gibt es jedoch auch Unterschiede. In Mühlhausen geht es nicht um einen kompletten Neubau, sondern um die Erweiterung eines bestehenden Unternehmens. Insofern dürften die Mühlhausener eine ziemlich genaue und zutreffende Vorstellung von dem haben, was möglicherweise auf sie zukommt. Die Emissionen des Betriebs gelten im Regelfall als nicht vergleichbar mit denen eines herkömmlichen Hofes mit Stall. Ein solcher Mastbetrieb ähnelt einem Industriebetrieb wesentlich stärker als einem Landwirtschaftsbetrieb.

 

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