Kelheim - Nachrichten 02.02.2010, 12:09 Uhr

Nostalgische Schau rund ums Spielen geplant

Gabriele Wiendl, Tobias Hammerl und Franziska Schneider (v. l.) zeigen einige Exponate.

Gabriele Wiendl, Tobias Hammerl und Franziska Schneider (v. l.) zeigen einige Exponate.

abensberg. Ab Mitte April werden im Abensberger Museum sicherlich Kinderaugen leuchten. Wohl aber auch die von vielen Erwachsenen, die sich die Sonderausstellung betrachten, die bis Anfang 2011 zu sehen sein wird. „Wir wollen die Spielzeuggeschichte der vergangenen rund 150 Jahre darstellen“, berichtete Museumsleiter Tobias Hammerl bei einem Pressegespräch zur Ausstellung.

Auf dem großen Tisch im Aventinussaal hatten er und seine Mitarbeiter beispielhaft ausgebreitet, auf was sich die Besucher der Sonderschau freuen dürfen. Stofftiere waren zu sehen, Einklebealben, Modelle von Kutschen und auch ein Computerspiel. „Nicht nur altes, sondern auch aktuelles Spielzeug wollen wir zeigen“, sagten Hammerl und Franziska Schneider. Sie ist Studentin der vergleichenden Kulturwissenschaft und absolviert derzeit ein Praktikum im Museum. Sie sei laut Hammerl intensiv in die Vorbereitungen der Ausstellung eingebunden.

Es geht um mehr als Nostalgie

Und sie bringt selbst ein Ausstellungsstück ein – einen Stofftiger. Auch auf Exponate aus dem Hause Hammerl dürfen sich die Besucher freuen. Was es sein wird? „Das ist noch ein Geheimnis“, sagte der Museumsleiter mit einem Schmunzeln. Einige Schmankerl der Ausstellung präsentierte er aber schon jetzt. Dazu gehören zwei der ältesten Stücke. Um 1850 schätzen Hammerl und Schneider den hölzernen Spieltisch, auf dem gekegelt werden konnte. Dabei habe es sich wohl weniger um ein Kinderspiel, sondern um Wirtshaus-Unterhaltung gehandelt. „So wie heute etwa Kickerkästen in Lokalen zu finden sind.“

Ebenso aus dem 19. Jahrhundert ist ein Stickkasten. Den hatte der Museumschef nicht nur wegen des relativ hohen Alters als Beispielobjekt mitgebracht. Denn es gehe nicht nur darum, bei den Besuchern nostalgische Gefühle und Kindheitserinnerungen zu wecken. Hammerl will das Spielzeug in den kulturellen Hintergrund der jeweiligen Zeit stellen. Der Stickkasten zeige, dass die Kinder Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Spielzeug auf ihre spätere Rolle im Erwachsenenleben vorbereitet werden sollten. Und für Mädchen sei das damals eben die Arbeit im Haushalt gewesen.

 

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