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Kelheim

Meldung vom 03.02.2010, 19:59 Uhr

Qual der (Landrats-)Wahl – Schicken die Liberalen einen Kandidaten ins Rennen?

LANDKREIS . Noch sei sich der Kreisverband aber nicht sicher, „ob wir aufstellen sollen und wollen“: Entscheidend sei „eine innerparteiliche Mehrheit für einen überzeugenden Kandidaten“.

Die Namen der Aspiranten nennt Tobisch nicht – jedenfalls „nicht vor der nächsten Kreis-Vorstandssitzung“ am 24. Februar. Bis dahin sollten die Ortsverbände intern debattieren, so die Devise. Einer zumindest ist freilich bekannt, und er macht aus seinem Interesse auch keinen Hehl: „Ich habe meiner Partei gesagt, ,Ich stehe zur Verfügung’“, bestätigt der Bad Abbacher FDP-Ortsvorsitzende Josef Rudingsdorfer, ergänzt aber: „Entscheidend ist der Kreisverband“.

An seinen Erfolgschancen, falls ihn die Liberalen denn aufs Schild heben, zweifelt der 53-Jährige nicht: „Wenn ich kandidiere, wird Landrat Faltermeier heimgehen!“ Allein schon, dass Faltermeier seit 18 Jahren amtiere, schreie nach Ablösung: „Wir brauchen einen komplett anderen Führungsstil“ auch im Landkreis, so die Forderung des Kriminalhauptkommissars, der seinen eigenen Stil mit der Abkürzung „ego“ umschreibt: „ehrlich – geradlinig – offen“.

Ein gesundes Selbstbewusstsein hat er mit einem weiteren FDP-Mann gemein, dem ebenfalls Ambitionen auf eine Kandidatur nachgesagt werden: „Wenn ich antret’, dann gewinn’ ich ja immer“, sagt der Kapfelberger Unternehmer Reinhard Listl (der allerdings im Dezember bei der Kampfkandidatur um den Kreisvorsitz klar unterlag). Dieses sein Erfolgs-Abo sei aber „blöd“, weil es ihn ins Wittelsbacher Schloss gar nicht ziehe: „Ich hatte und habe keine Ambitionen, als Landrat zu kandidieren“, wenngleich „ich ein sehr qualifizierter Kandidat wäre“, sagt er zur MZ. Er habe lediglich Anfang Januar mit Kreisvorsitzendem Tobisch über die Frage diskutiert, ob die Liberalen einen Anwärter nominieren sollen. Dass dies offiziell immer noch nicht entschieden sei, obwohl per FDP-internem Rundmail schon über die Ambitionen Rudingsdorfers informiert worden sei, bezeichnet Listl als „peinlich“.



Josef Rudingsdorfer
Josef Rudingsdorfer
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