Kelheim - Nachrichten 03.02.2010, 19:59 Uhr

Franziska Jäger ist die Hüterin des Schutzgebiets in der Weltenburger Enge

So hoch steigt die Donau bei Hochwasser: Gebietsbetreuerin Franziska Jäger zeigt die Linie am „Bienenkorb“, an der sich die Farbe des Gesteins sichtbar verändert.

So hoch steigt die Donau bei Hochwasser: Gebietsbetreuerin Franziska Jäger zeigt die Linie am „Bienenkorb“, an der sich die Farbe des Gesteins sichtbar verändert.

Kelheim Kalt ist es, und neblig. Schneematsch bleibt bei jedem Schritt an den Schuhsohlen hängen. Langsam aber unaufhaltsam kriecht die feuchte Kälte in die Füße. Es gibt gemütlichere Orte an einem trüben Januarmorgen. Franziska Jäger stapft trotzdem lächelnd durch den knirschenden Schnee, das graue Ufer der Donau entlang.

Als Gebietsbetreuerin für das Naturschutzgebiet Weltenburger Enge ist sie fast jeden Tag hier draußen – egal bei welcher Witterung. Von klein auf liebt sie es, in der Natur zu sein. „Das ist mir auch wichtig“, sagt die 32-Jährige, die in Eisenach aufgewachsen ist und seit knapp über einem Jahr in Kelheim arbeitet. „Da geht es mir gut und da kann ich entspannen.“

Vom anderen Donauufer her tönt plötzlich ein tiefer Vogelruf. Schnell greift Jäger nach dem Fernglas, das um ihren Hals baumelt. „Da ein Kormoran!“, ruft sie und zeigt in den Himmel. „Das ist der Vogel des Jahres 2010.“ Unweit der Stelle, an der sie jetzt steht, erlebte sie schon einmal etwas ganz Besonderes. Sie hatte ebenfalls laute Vogelschreie gehört und sich umgedreht. Was sie dann sah, zählt sie zu den schönsten Momenten in ihrer bisherigen Arbeit im Naturschutzgebiet. „Da drüben nisteten Wanderfalken. Die Schreie – das waren drei Jungvögel, die ausgeflogen sind“, erzählt Jäger. Freude und Aufregung über dieses Erlebnis sprechen noch jetzt aus ihren Augen.

Nistplatz für Wanderfalken

Wanderfalken sind die schnellsten Vögel der Welt und stehen unter Artenschutz. Im rasanten Sturzflug können sie eine Geschwindigkeit von über 300 Stundenkilometern erreichen. „Es ist schon toll, dass sich die Falken hier angesiedelt und dann auch noch Bruterfolg haben“, schwärmt die junge Frau fasziniert. Diese Begeisterung für die Geheimnisse der Natur ist es, die Franziska Jäger gerne weitergeben möchte. Denn viele Leute haben heute kaum mehr Bezug zur Natur, die sie umgibt. „Gerade Kinder und Jugendliche kennen oft keine Tiere und Pflanzen mehr und verbringen stattdessen immer mehr Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer“, bedauert sie.

 

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