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Kelheim

Meldung vom 05.02.2010, 11:56 Uhr

Wenn Schüler ohne Geld und Wohnung dastehen

Landkreis. Seit einem Vierteljahr arbeitet die 30-Jährige an der Staatlichen Berufsschule und FOS/BOS in Kelheim. Stellvertretender Schulleiter Johann Meyer ist froh, dass nach einem Jahr ohne Schulsozialarbeiterin erneut Gelder für diese wichtige Vollzeitstelle gewährt wurden. Landkreis und Freistaat teilen sich die Kosten – vorerst für zwölf Monate. „Wir haben alles in die Wege geleitet, damit das eine Dauereinrichtung wird“, betont Meyer. „Schulsozialarbeit spart sicher viel mehr als sie kostet. Aber man kann das nicht messen.“

Cordula Kenst, die vorher in der Chamer Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig war, hat im Landkreis eine Menge zu tun. Sie ist Ansprechpartnerin für immerhin 2060 Schüler an der Berufsschule mit ihren beiden Außenstellen in Mainburg und Abensberg sowie an FOS und BOS. Die 30-Jährige hat sich vorgenommen, vor allem junge Leute mit sozialen, persönlichen, partnerschaftlichen und Sucht-Problemen zu unterstützen. „Damit sie die gleiche Chance kriegen wie andere Jugendliche“, bekräftigt die zierliche Blondine.

Wie kommt die Sozialpädagogin an die Problemfälle heran? „Hinter auffälligem Verhalten verstecken sich soziale Geschichten“, weiß sie aus Erfahrung. Auf Schüler, deren gedrückte Stimmung oder Außenseiter-Haltung ihr ins Auge springt, geht Cordula Kenst zu. Andere Jugendliche sprechen sie selbst an. Oder Lehrkräfte melden ihr, dass etwa die Leistungen eines Schülers drastisch nachgelassen haben – möglicher Hinweis auf eine Krise.

Schwangerschaft, Konflikte in der Klasse, Arbeitsplatzverlust sind einige der Probleme, die auftauchen können. Zusammen mit einem engmaschigen Helfersystem aus Kreisjugendamt und Beratungsstellen unterstützt sie die Berufs- und FOS/BOS-Schüler, begleitet sie zu den Behörden. In Gruppenarbeit bietet Cordula Kenst Seminare für Gewalt- und Suchtprävention an. Ihr Hauptziel lautet, auch bei problembehafteten jungen Leuten das Selbstbewusstsein, Verantwortungsgefühl und Kritikfähigkeit zu stärken.

Als wichtigen Erfolg erzählt sie die Geschichte einer Schülerin, die mittellos bei Bekannten auf der Couch schlief. Eine Lehrerin habe das mitbekommen. „Ich habe das Mädchen so begleitet, dass sie heute eine Wohnung und einen finanziellen Rahmren hat, damit sie wieder in Schule und Arbeit gehen kann“, berichtet Cordula Kenst stolz.



Wünscht sich Chancengleichheit für alle Berufsschüler, auch die mit Problemen: Sozialpädagogin Cordula Kenst
Wünscht sich Chancengleichheit für alle Berufsschüler, auch die mit Problemen: Sozialpädagogin Cordula Kenst
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