Regensburg 13.07.2008, 11:16 Uhr

Heilpädagogen in die Schule? In Burgweinting tat es gut

Hyperaktiv oder verträumt: Immer mehr Schüler zeigen verhaltensauffälligkeiten. Foto: dpa-Archiv

Hyperaktiv oder verträumt: Immer mehr Schüler zeigen verhaltensauffälligkeiten. Foto: dpa-Archiv

Die Zappelphilipps und Träumerchen werden mehr, auch der Anteil der Schüler mit Legasthenie steigt. An den Grundschulen zeigen rund 20 Prozent der Kinder Verhaltensauffälligkeiten, besagt eine aktuelle Studie. Das bringt Lehrkräfte oftmals ans Ende ihrer Kräfte. Schließlich sollen sie lehren und erziehen, aber nicht in Einzelförderung Verhaltensstörungen therapieren. Dafür gibt es speziell ausgebildete Heilpädagogen, die aber bislang nur in Förderschulen zum Einsatz kommen. An der Grundschule Burgweinting wurde nun ausprobiert, wie es ist, wenn Heilpädagogen auch in der Regelschule tätig werden. Es war prima, sagt Schulleiter Gerhard Schmautz.

Im Rahmen eines Praktikums kamen fünf Studentinnen der Fachakademie für Heilpädagogik an die Burgweintinger Grundschule und schauten sich in sieben Klassen der Jahrgangsstufen 2 bis 4 um.

Acht Kinder, die Auffälligkeiten wie Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsschwächen zeigten, wurden für eineinhalb Stunden in der Woche in Kleingruppen betreut. Ein Kind bekam jeweils für einen Vormittag pro Woche eine individuelle Einzelbetreuung.

Daneben stiegen die angehenden Heilpädagogen in die Elternarbeit ein, boten Beratung und ein Elterntraining an.

Schließlich standen die Heilpädagogik-Studenten auch den Lehrkräften für interdisziplinäre Beratung zur Verfügung, stärkten und entlasteten die Lehrerschaft, die ihre Tätigkeit sehr wertschätzten.

Petra Werner, die Leiterin der Fachakademie für Heilpädagogik, unterstrich die Sinnhaftigkeit des Einsatzes von Heilpädagogen in der Grundschule. Denn gerade beim Schuleintritt würden Defizite, Störungen oder Versäumnisse bei den Schülern offensichtlich. Wenn genau hier bereits Hilfe einsetze, könnten sich Probleme gar nicht erst manifestieren. „Wir arbeiten nicht gegen den Fehler, sondern für das Fehlende“, zitierte Petra Werner, die sich vehement für die Schaffung von Stellen für Heilpädagogen an Regelschulen stark macht. Sie könnten richtige Hilfe für Kind, Eltern und Lehrer anbieten.

Bisher lief das Projekt kostenneutral über die Fachakademie für Heilpädagogik. Der Schulleiter hofft, auch im nächsten auf Schuljahr. „Es wäre ein Traum für die Klassen und die Lehrer“, sagte Gerhard Schmautz.

 

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