Jahn-Stadion: 860 Sitzplätze fehlen – zahlt die Stadt oder der Verein?
Auf der Jahn-Tribüne sitzt es sich gut. Im Stadion müssen gemäß der DFB-Auflagen aber noch 860 weitere Sitzplätze geschaffen werden – sonst gibt’s keine Lizenz fürs nächste Jahr.Archivfoto: altrofoto.de
Den SSV Jahn Regensburg drücken große finanzielle Sorgen. Zur Geldnot des Vereins kommt nun eine Meinungsverschiedenheit mit der Stadtverwaltung hinzu. Der Deutsche Fußball-Bund fordert 860 neue Sitzplätze fürs Stadion. Jahn-Präsident Franz Nerb hoffte, dass die Stadt diese bezahlt. Oberbürgermeister Hans Schaidinger sagte aber der MZ: „Wir können und dürfen das gar nicht.“
Nerb erzählte der MZ, dass der Verein ein „vorauseilendes Schreiben“ von der Stadt erhalten habe. Darin stand, dass falls der DFB auf seiner Forderung der 860 Sitzplätze bestehe, diese der Verein selber bezahlen müsse.Nerb sagt, dass ihm so ein Verhalten „die Freude an der Arbeit für den Verein nimmt. Ich bin einfach nur tief traurig“. Er fühle sich im Regen stehen gelassen: „Man hat fast den Eindruck, der SSV habe eine ansteckende Krankheit“
Bei der Stadtverwaltung sorgten Nerbs Äußerungen für Verwunderung. Anton Brunnbauer vom Sportamt sagte der MZ, „dass die Stadt nur für die Sitzplätze auf der Haupttribüne zuständig ist. Eine Zusatztribüne ist Vereinssache“. Der Oberbürgermeister sagt: „Diese neuen Sitzplätze gehören nicht zum Stadion sondern wären Vereinseigentum. Der Jahn ist ein Geschäftsbetrieb, die Stadt darf das gar nicht übernehmen.“ SSV-Geschäftsführer Franz Gerber ist von „dieser Interpretation“, wie er sagt, überrascht: „Man müsste doch meinen, dass die Sitzplätze zum Stadion gehören. Die stehen ja nicht irgendwo auf der Wiese.“
Schaidinger will sich aber nicht den schwarzen Peter zuschieben lassen: „Wir haben bisher wirklich alles, was in unserer Macht stand, für den Verein getan. Der Jahn soll nicht immer nur auf andere deuten, sondern auch mal selber seine Probleme lösen.“



