Sexagentur grapschte sich die Homepage von Margit Wild
Die SPD-Abgeordnete Margit Wild (Foto: altrofoto.de)
Wer sich derzeit im Internet über die Regensburger SPD-Landtagsabgeordnete Margit Wild schlau machen will, kommt aus dem Staunen nicht heraus: „Erotikdating“ heißt die Schmuddelseite, mit der ihr guter Name verlinkt ist. „Jetzt weiß ich, was Internet-Kriminalität ist“, ärgert sich Margit Wild über den Domain-Klau.
Dass die eigene Homepage plötzlich verschwindet und Anklicken stattdessen zu dubiosen Agenturen führt, ist nichts Ungewöhnliches, weiß Margit Wilds Rechtsbeistand Markus von Hohenhau, Fachanwalt für IT-Recht in Regensburg. In diesem Fall, so seine Erklärung, war die Homepage versehentlich gekündigt worden. „Meistens passiert das, wenn der Provider umzieht, das kommt immer wieder vor“, weiß er. In dem Fall ist Wilds Provider „Soziserver“ in Lübeck – ein Zusammenschluss sozialdemokratischer Webmaster in Deutschland, Österreich und der Schweiz, tatsächlich gerade am Umziehen.
Nach der versehentlichen Kündigung ihrer Homepage, die Margit Wild im Dezember letzten Jahres einrichtete und auf der sie 12 800 Klicks bekam, wurde die Domain „margit-wild.de von einem Interessenten aufgekauft. „Das geht innerhalb von zwei Minuten“, weiß Anwalt von Hohenhau zu Suchprogrammen, die darauf spezialisiert sind, freiwerdende Domains auszuspähen.
Die laufen dann wie bei Margit Wild unter dem alten Namen weiter, führen aber zu Schmuddelecken im Internet wie besagtem „Erotikdating“ oder „Deichluder.“ „Auch wenn es ärgerlich ist: Ich bin doch um eine Erfahrung reicher“, tröstet sich die SPD-Frau über die anfänglich streng geheim gehaltene Grapsch-Affäre. Zumal der Schaden laut Anwalt wohl schnell zu reparieren sein wird.
Zu ihrem Glück ist die Rechtsprechung nämlich eindeutig auf ihrer Seite. Wer Domains wie die von Wild aufkauft und den Namen behält, muss kräftig zahlen. Die SPD-Politikerin hat dem „Seitengrapscher“ eine knappe Frist zur Rückgabe gesetzt. „Wenn er nicht reagiert, muss er kräftig blechen“, freut sie sich. Immerhin, so der Anwalt, liegt der Streitwert bei 50 000 Euro.



