Regensburg 23.11.2009, 18:27 Uhr

Wertstoffsäcke: Wer mehr will, muss Coupon haben

Karl Sterl schimpft, Grund: Er wird schwerer, zusätzliche Wertstoffsäcke zu bekommen. Foto: Weigel

Karl Sterl schimpft, Grund: Er wird schwerer, zusätzliche Wertstoffsäcke zu bekommen. Foto: Weigel

Gelber oder grüner Wertstoffsack gefällig? Früher konnte man in den Bürgerzentren ganz problemlos an zusätzliche kommen. Doch es gab massenhaften Missbrauch. Jetzt hat die Entsorgungsfirma Meindl auf das neue Coupon-System umgestellt, um den Missbrauch zu stoppen und auch zu sparen.

Versicherungsfachmann Karl Sterl (63) wollte im Bürgerzentrum Nord zusätzliche Wertstoffsäcke für Verpackungen aus Kunststoff und Metall kostenlos abholen. Aber das ging nicht mehr. Der Vater zweier Kinder, der viel Wertstoff sammelt und in 14 Tagen fünf bis acht Wertstoffsäcke braucht, wurde auf das neue System hingewiesen.

Konkret: Sterl muss unter www.entsorgungsdaten.de seinen zusätzlich Bedarf anmelden. Er bekommt dann von Meindl einen Coupon zugeschickt. Mit diesem Coupon geht er zu einer der vier Ausgabestellen für Wertstoffsäcke; so im städtischen Recyclinghof (Markomannenstraße3), im Bürgerzentrum Stadtmitte (Maxstraße26), im Recycling-Zentrum-Regensburg (Werner-Heisenberg-Straße6) und bei der Meindl Entsorgungsservice GmbH in Lappersdorf – an den vier Stellen sind die Säcke kostenlos zu haben.

Wer kein privates Internet hat, dass ist bei Sterl der Fall, muss eine Postkarte von einer der vier Ausgabestellen holen, diese ausreichend frankieren und die „Nachbestellung“ zur Meindl-Zentrale nach Lappersdorf (Baierner Höhe 1) schicken. Der Coupon wird dann zugeschickt. „Frechheit. Hier wird der Bürger gegängelt. Man hat nur Zeitverlust und Ärger“, schimpfte Sterl am Montag im MZ-Gespräch.

„Leider gab es einen eklatanten Missbrauch mit den Wertstoffsäcken gegeben“, erklärte Geschäftsführer Reinhard Meindl (41) vom Entsorgungsservice. 2009 seien 75 000 Haushalte in Regensburg mit jeweils 25 gelben und 20 grünen Säcken kostenlos beliefert worden. Aber das habe nicht gelangt. Man habe „für 110 000 Haushalte“ nachliefern müssen und Mehrkosten von rund 50 000 Euro gehabt.

Laut Reinhard Meindl werden die Säcke „widerrechtlich“ genutzt, so für Müll, Laub, Gartenabfälle und Altkleider. Manchen nutzten die dünnen Säcke auch zum Einfrieren von Fleisch und Fisch in der Tiefkühltruhe und als „Umverpackung“ für das Pausenbrot von Schülern. „Wir wollen nicht nur sparen. Wir wollen auch das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit den Wertstoffsäcken schärfen“, erklärte der Geschäftsführer.

 

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