Ein Grüner will nach oben
Kommunalwahl Christof Rußwurm ist der einzige Bürgermeister-Kandidat seiner Partei in der ganzen Oberpfalz.
Christof Rußwurm Foto: Klöckner
Von Christoph Klöckner, MZ
SCHORNDORF. Es hat ihn schon 2002 geärgert, dass bei der Kommunalwahl in seiner Gemeinde nur ein Bürgermeister-Kandidat auf dem Wahlzettel stand. Deshalb tritt Christof Rußwurm jetzt für die Kommunalwahl 2008 mit einer eigenen Liste für die Grünen in der Gemeinde Schorndorf (Lkr. Cham) an. Er ist oberpfalzweit derzeit der einzige Kandidat der Grünen für ein Bürgermeisteramt.
„Ich will, dass die Leute hier eine Wahl haben“, sagt Rußwurm. Und der Mann, dessen erstes Hobby seine Familie ist, der gerne tanzt und mit seinem Hund Tina joggt, meint es ernst: „Ich will hier Bürgermeister werden.“ Einen „Sieg ohne Wenn und Aber“ will er dort erreichen, wo derzeit die Freien Wähler den Bürgermeister stellen und sich mit der CSU die 14 Gemeinderatssitze teilen. Am Freitag stellte der 44-jährige, gebürtige Regensburger sich und seine Liste für die rund 2500 Einwohner zählende Gemeinde Schorndorf vor. 16 Gleichgesinnte hat er für die „offene Liste“ gefunden, die vom Chamer Kreisverband der Grünen getragen wird. Rußwurm ist dabei das einzige „echte“ Mitglied der Grünen.
Der REWAG-Beschäftigte, der vor sechs Jahren von Köfering nach Schorndorf zog, verheiratet ist und eine achtjährige Tochter hat, will die Gemeinde als Bürgermeister „noch lebenswerter“ machen. Dafür hat er sich auch „grüne“ Themen auf die Fahne geschrieben, will für die Gemeinde günstig Strom und Gas einkaufen. Da könne ein Haushalt locker 25 bis 30 Euro im Monat einsparen.
Den Bau eines Blockheizkraftwerkes habe man beim neuen Baugebiet zwar versäumt, doch wolle er gerade regenerative Energien durch Zuschüsse fördern. Rußwurm kritisiert zudem die hohen Schulden der Gemeinde, die teuren Kanal- und Wasserkosten sowie die übergroßen Baugebiete. 2007 seien nur drei Bauplätze verkauft worden, 29 seien noch frei. Schlecht sehe es auch bei der Gewerbeansiedlung in der Gemeinde aus. Doch nur dadurch gelinge der Schuldenabbau. Deshalb bleibe nur eines: „Klinkenputzen!“ Außerdem müsse baldigst ein schnelles DSL für die Gemeinde her, sonst komme überhaupt kein Unternehmen. Christof Rußwurm möchte zudem einen Senioren- und Jugendbeirat gründen, der ein Antrags- und Anhörungsrecht im Gemeinderat besitzen soll.
Der 44-Jährige geht selbstbewusst an die Wahl heran: „Keine Chance hat man, wenn man’s nicht probiert.“ Man wolle innovative Politik für Schorndorf. Und wenn es bei der Wahl nicht reiche, sei er der erste, der dem politischen Gegner gratulieren werde.



