Tierschützer: Affenschande im Straubinger Zoo
Verein plädiert für die Schließung der Schimpansenanlage – der Zoodirektor weist alle Vorwürfe zurück.
Sebastian alleine in seinem Gehege Foto: Tierschutz Grenzenlos
von tina Czada, mz
Die Vorwürfe wiegen schwer: Im Straubinger Tierpark werden angeblich drei Schimpansen unter unzumutbaren und artwidrigen Umständen gehalten. Das behaupten Tierrechtler vom Verein „Tierschutz Grenzenlos“. Der Zoo wehrt sich vehement gegen die Anschuldigungen.
Sebastian, Lutz und Alfons sind drei Schimpansen, die seit mehr als zwölf Jahren im Straubinger Zoo leben. Während Alfons und Lutz gemeinsam in einem Käfig hausen, ist Sebastian durch ein Gitter von den beiden abgetrennt. In einem Gehege aus Beton, Gitter und Glaswänden würden sie ihr Leben lang zur Schau gestellt, sagt Peter Druschba vom „Tierschutz Grenzenlos“.
Im selben Tiergarten, nicht weit entfernt vom Gehege der Affen, arbeitet Zoodirektor Wolfgang Peter. Der sieht die Situation etwas anders: Drei Zootierpfleger und zwei Ersatzkräfte kümmerten sich täglich um die Schimpansen. „Den Tieren geht es gut“, betont er. „Außerdem haben wir 365 Tage im Jahr offen. Wir haben nichts zu verbergen.“
Die Hauptvorwürfe der Tierschützer gegen den Zoo: Erstens wird die Haltung der Tiere kritisiert. Sie sollte eigentlich in Gruppen erfolgen – seit Jahren ist Sebastian jedoch allein, das sei nicht erlaubt. Zoodirektor Peter betont, dass der Affe nur zu seinem eigenen Schutz in Einzelhaltung lebe. Die beiden anderen Schimpansen würden ihn sonst schlichtweg töten, rechtfertigt er sich. Mehrere Versuche, die Affen zusammenzuführen, seien missglückt.
Zweiter Vorwurf der Tierschützer: Die Tiere würden unter Verhaltensstörungen leiden. „Einer der Affen schiebt oft völlig apathisch ein Büschel Heu oder einen Lappen am Boden hin und her“, erzählt Druschba. Als „Marotten“ tut Dr. Franz Able, Leiter des Amts für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, allerdings diese Verhaltensweisen der Tiere ab.



