Scharfenberg fordert: „Wahrheit auf den Tisch“
Tennessee Eisenberg: Opposition drängt auf Antworten, Herrmann wartet.
Regensburg.
Die Opposition im Landtag macht Druck, Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hüllt sich in Schweigen: Im Fall des Regensburger Studenten Tennessee Eisenberg, der im April bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen war, dauern die Spekulationen an. Umso mehr, als das Landeskriminalamt (LKA) mit einer Stellungnahme zu dem Privatgutachten, das die Familie Eisenbergs in Auftrag gegeben hatte, die Debatte angeheizt hat. Blutspritzer, die sich am Ort des Geschehens an der Wand fanden, heißt es darin, seien beim Abtransport des 24-Jährigen entstanden. Eine Darstellung, die die Anwälte der Familie als „abwegig“ zurückweisen. Auch und gerade, da die Spuren bis in eine Höhe von 130 Zentimetern reichten.
„Es wird immer undurchsichtiger“, sagte die Regensburger Landtagsabgeordnete der Grünen, Maria Scharfenberg, gestern in einem MZ-Interview. Sie kündigte einen Dringlichkeitsantrag ihrer Partei im Landtagsplenum beziehungsweise eine Anfrage an Joachim Herrmann an. „Der Innenminister muss sich jetzt erklären“, sagte sie. Und: „Hier muss die Wahrheit auf den Tisch gelegt und nicht abgewartet werden.“ Die neuerliche Stellungnahme des LKA bezeichnete sie als „sehr merkwürdig“. Scharfenberg: „Aus einer Leiche kann kein Blut mehr spritzen – in 1,30 Meter Höhe.“
Kritik übte auch Joachim Hanisch aus Bruck (Lkr. Schwandorf), Abgeordneter der Freien Wähler und Vorsitzender des Innenausschusses: „Je länger das dauert, desto mehr Unsicherheit entsteht bei der Bevölkerung und den Betroffenen.“ Der Fall sei mysteriös und werde durch diese Äußerungen immer mysteriöser, sagte er mit Blick auf die aktuellen LKA-Verlautbarungen. Der Staatsanwaltschaft müsse zwar zugestanden werden, dass optimale Aufklärung vor frühzeitiger Information stehe. Nichtsdestotrotz ließ Hanisch durchblicken, dass er es begrüßen würde, von den Ermittlern „klare Worte“ zu hören. Sollten sich in den nächsten vier Wochen keine Neuigkeiten ergeben, werde der Innenausschuss einen „exakten Bericht“ des Ministers anfordern. „Mit der konkreten Frage, warum es so lang dauert.“



