Bayern/Oberpfalz 01.12.2009, 20:48 Uhr

Spurensuche hinter Zeltplanen

Staatsanwaltschaft lässt die tödlichen Schüsse auf Tennessee Eisenberg nachstellen. Schwandorfer Straße wird großräumig abgeriegel.

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Tennessee Eisenbergs Tod ist bis heute ungeklärt.

Tennessee Eisenbergs Tod ist bis heute ungeklärt.

Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Regensburg. Limousinen steuern auf die Zeltplane zu, die den Eingang zum Haus mit der Nummer 11 abdeckt. Die Fenster der Fahrzeuge sind mit Silberfolie verhängt, um die Insassen vor neugierigen Blicken zu schützen. Auch die Polizeiabsperrungen, die rund um die Schwandorfer Straße im Stadtnorden von Regensburg stehen, zeugen davon, dass sich dort an diesem Dienstag etwas Wichtiges abspielen muss. Im Innenhof des in die Jahre gekommenen Hauses wird – abgeschirmt von der Öffentlichkeit – noch einmal nachgestellt, was sich dort am 30. April 2009 ereignet hat.

Privatgutachten nährte Zweifel

Es war ein Donnerstag, als die Radiosender zur Mittagszeit meldeten, dass bei einer Schießerei in Regensburg ein Mann ums Leben gekommen war. Wenige Tage später hatte das Opfer ein Gesicht. Tennessee Eisenberg, ein nachdenklicher Mensch, künstlerisch begabt, sensibel. Wie konnte es so weit kommen, dass dieser junge Mann, der in seinem Leben viele Perspektiven hatte, durch zwölf Schüsse aus zwei Polizeidienstwaffen starb? Diese Frage stellen sich die Angehörigen bis heute, während die Staatsanwaltschaft früh zur Einschätzung gelangte, dass es sich um eine Notwehr- oder Nothilfesituation gehandelt haben muss. Bis ein Privatgutachten Zweifel daran nährte.

Die Anwohner nehmen das Großaufgebot an Polizei und Technischem Hilfswerk am Dienstag gelassen. Per Handzettel sind sie über ein Parkverbot sowie angebliche bauliche Maßnahmen mit möglicher Lärmbelästigung informiert worden. „Ich habe nichts weiter mitgekriegt“, sagt eine Anwohnerin der MZ. Auch im Feinkostladen Dollmann um die Ecke ist der Fall Eisenberg an diesem Tag kein Thema. „Bei uns hat heute noch niemand über die Geschehnisse dort drüben gesprochen“, sagt Geschäftsleiter Stefan Kuch.

 

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