Nepo Fitz gewinnt den Kabarettpreis
Größte Talentdichte in der Alten Mälzerei
„Ich mach mir nix aus Probleme“: Nepomuk Fitz, Gewinner des Thurn und Taxis-KabarettpreisesFoto: altrofoto.de
Von Thomas Dietz, MZ
Der Gewinner ist Nepo Fitz!!! Dröhnender Beifall in der Alten Mälzerei mit lautstarkem Juchzen, Pfeifen, Klatschen, Kreischen, Trampeln. Nepomuk Fitz (26) aus Niederbayern hat den Thurn und Taxis Kabarettpreis 2008 errungen, den er, der junge Vollprofi, mit dem Hauch zarter Verlegenheit entgegennahm. Die siebenköpfige Jury (darunter der Autor) und das Publikumsvotum kamen, moderiert von Jörg Schur, zu diesem Ergebnis. Gleich den anderen Kandidaten hatte Fitz etwa 20 Minuten Zeit, Witz und Können vorzuführen: „Bist du da Bua vo da Lisa Fitz?“ – „Ja.“ – „Brauchst fei ned moana, dass Du was bessas bist!“ – „I hob ja gor nix gsogt.“ – „Ja brauchst a nix song, gey. Pfirtee.“
Nepo, Spross der Münchner Künstlerfamilie Fitz, spielt Klavier, hat zwölf Jahre Bühnenerfahrung (!) und transkribiert in seinem ersten Programm „Pimpftown“ Persönliches ins bedeutend Allgemeine: Was bzw. wer will ich werden? / Sinnkrise im Fitness-Center / Flüchten oder Standhalten in der Telekom-Warteschleife / USA-Schüleraustausch. Vorzüglich!
„GTI-Jagdgeschwader“
Platz zwei gewann die originelle „Qualkommission“ (halb aus Oberbayer, halb vom Rhein), der wir die erlesenen Charts zeitgenössischer Fußballlieder und die erste GammelfleischVerkostung der Gechichte verdanken: da hat’s z.B. eine „95er Käfigpute mit eleganter Schimmelpilznote“ oder eine feine „Trockenschweinauslese“. Als „Ralf aus Radebeul“ (mit Posaune) das Linkspartei-Lied „Das Rote vom Ei“ anstimmte, war die Contenance im Auditorium nur noch schwer zu wahren.
Die dritten Plätze belegten zu gleichen Teilen die echten Landwirtssöhne Maxi & Markus mit ihrer Arbeit „Faszination Allgäu“, aus der wir u.a. erfuhren, dass die Opel-Ascona-Dichte in allen Grün- und Brauntönen in der schönen Heimat von Zwiebla, Romadur und Sparverträg am größten ist. Florian Kopp aus Niederbayern („GTIJagdgeschwader“) teilte u.a. mit, dass auf den berüchtigten Ü-60-Partys nicht mehr „Die Fahne hoch“ sondern durchaus schon Caterina Valentes „Tipi-tipi-tipso“ von 1957 der Knaller ist. Hannes Ringlstetter hatte zwei Groupies in der ersten Reihe und in Regensburg auch noch Heimvorteil. Seine braunen Knopfaugen strategisch führend, sang er uns wunderbare Lieder von seiner anstrengenden Eso-Freundin Elfi oder vom (un)gesunden Menschenverstand: „Das ist die Meinung von Stephan.“



