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Kulturnachrichten aus der MZ

Meldung vom 13.05.2008, 18:48 Uhr

Romanzen von wahrer Liebe

Brice Duisit und der „dunkle Stil“ des Troubadours Marcabru

Regensburg. Von Ulrich Alberts, MZ

Von dem aus der Gascogne im Südwesten Frankreichs stammenden Troubadour Marcabru (ca. 1127-1185), der am Hof von Potiers sowie am Hof von Alfonso VII. von Kastilien wirkte, ist nur wenig bekannt. Er schrieb Kreuzzugslieder und Romanzen, in denen er die „echte Liebe“ verteidigte. Nur etwas über 40 seiner Gedichte sind bekannt geblieben und nur von vier Stücken ist die Musik erhalten.

Brice Duisit, ausgebildeter Lautenist am Konservatorium in Pau und in Lyon lehrend, hat sich intensiv mit dem Studium mittelalterlicher Fideltechniken beschäftigt. Er sieht als wichtigste Aufgabe des Fiedlers die Gesangsbegleitung und weniger das Aufspielen zum Tanz. Marcabru, der wegen seiner durch Allegorien schwer verständlichen Texte als Begründer des dunklen Stils gilt, schrieb seine Gedichte in den vierziger Jahren des 12. Jahrhunderts in der occitanischen Sprache. Komplexe Metaphern und seltene Reime sind weitere Merkmale seiner dichterischen Strukturen. Was die Musik anbelangt, so reicht sie im Erhaltenen von einem rekurrierenden Phrasenpaar, dem zwei Verse mit identischer Melodie folgen, bis zum durchkomponierten Werk.

Überfüllter Leerer Beutel

Was die bisweilen freudig erregten, auch von Leidenschaft geprägten Gedichte und ihren Vortrag durch Brice Duisit angeht, so mag mancher Hörer bei aller Konzentration des Zuhörens darüber doch auch etwas geschmunzelt haben. Die horriblen Schwierigkeiten von Gesang und Fidelspiel waren bei Brice Duisit gut aufgehoben. Man nahm den Eindruck von diesem Konzert im überfüllten Leeren Beutel mit, ein ganzes gelebtes Troubadourleben steckt in Duisit, so einfühlsam, ausdrucksvoll und persönlich erklang diese Vermittlung musikalischer wie inhaltlicher Botschaften. Und wenn in einem Gedicht von zerfallender Jugend und erdrückender Liebe die Rede ist, so mögen dazwischen die süßen Sünden des Alltags gelegen haben.



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