Kultur 16.06.2009, 09:48 Uhr

Tango in der Seele – mit oder ohne Namen

„Tango im Fluss“ – eine große Soiree im Tanzsaal

„Tango im Fluss“-Gründerin Christiane Solf Foto: Jädicke

„Tango im Fluss“-Gründerin Christiane Solf Foto: Jädicke

Von Flora Jädicke, MZ

Getanzt oder gesungen, der Tango ist mehr als eine Kunstform. Er ist Lebensgefühl. Eines das sich ausdrückt in elegant temperamentvoller Musik und traurig-schönen Texten. Nach 20 Jahren argentinischem Tango in den Beinen widmet Christiane Solf von „Tango im Fluss“ auch die Stimme immer wieder ihrer großen Liebe. Hervorragend begleitet wird sie dabei von Andreas Rüsing am Piano und dem Violinisten Christoph Frankerl.

Am Freitag stellte das Trio – „noch ohne Namen“ sein erstes Programm im Tanzsaal in der Gesandtenstraße vor. Es war eine gelungene Soiree zu später Stunde. „Manche Stücke muss man einfach tanzen“, warnte Christiane Solf noch ehe ein Ton erklungen war. „Manche kann man tanzen und manche erfordern eine hohe Risikobereitschaft bei den Tanzpaaren. Was sie damit meinte wurde im zweiten Stück deutlich. Christoph Frankerl zelebrierte das „Bordell 1900“ von Astor Piazzolla auf der Violine. Doch die Tanzfläche blieb leer – nichts Ungewöhnliches für Stücke von Piazzolla. Viele seiner Kompositionen sind kaum mehr zu tanzen. Sie folgen nur vage der Harmonie des klassischen Tangos. Dafür sind sie gespickt mit Elementen des Jazz, der Neuen Musik und Rhythmen anderer Musikrichtungen.

Christiane Solf singt mit rauchig-sehnsuchtsgeladener Stimme Balladen von Ángel Cabral, Sebastián Piana, Carlos Gardel oder Anibal Troilo. Sie handeln vom Schmutz der Straßenkinder, von verlorener Liebe und Einsamkeit, von Eifersucht, Scham und vom Elend.

Christiane Solf bewies mit Andreas Rüsing und Christoph Frankerl, dass sie den Tango auch gesungen in der Seele hat. Am Ende des Programms noch immer „ohne Namen“ hinterließ das Trio begeisterte Tangoliebhaber.

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
Donnerstag 2. September 2010
Haubensak Logo

Wetter

Wolke
20°

» Lokalwetter