Zum Tanzen und zum Träumen
Das neue Album „Jameleon“ der Band Jamaram ist eine bunte Mischung verschiedener Stile und Sprachen, aus kraftvollen und ruhigeren Songs.
München/Regensburg.
„Jameleon“ heißt das gerade veröffentlichte fünfte Album der Münchner Band Jamaram. Ein Chamäleon ziert das Cover. Auf seiner wandelbaren, ledernen Haut trägt es farbige Porträts der Bandmitglieder. Dass sie vielseitig und wandelbar wie ein Chamäleon sind, beweisen die acht Jungs mit 13 ausgefeilten Tracks. Dabei springen sie vom melodischen Pop-Gesang zum hitzigen Latinosound und wieder zurück, wechseln zwischen Hip-Hop-, Balkan-, Dancehall-, Afro- und funkigen Bläserbeats. Fast alle Songs sind durchsetzt mit lockerem Reggaesound, der durch das Album führt, nur bei einzelnen Soul-Balladen zum Ruhen kommt und das Gesamtwerk abrundet.
Auch sprachlich bieten die Musiker viel Abwechslung: Sie singen und rappen auf Deutsch und Englisch. In „Oh my gosh“ wird auf Französisch gerappt, das Lied „Cuentito“ ist ausschließlich mit spanischem Text, und in „Rainbow“ singt der brasilianische Gast Bani Silva auf Portugiesisch.
Der spanische Track „Cuentito“ mag stark an den Sound der Band „Manu Chao“ erinnern. Doch es ist nicht zu leugnen, dass der von Jamaram zusammen mit Nicolas Nobili aus Buenos Aires kreierte Latinosound zum Tanzen und Feiern anstiftet. Auch „Rainbow“ verbreitet mit seinen schnellen Rhythmen ein Sommer-Sonne-Strand-Gefühl.
Neben diesen Gute-Laune-Liedern stimmen die Jungs von Jamaram auch leise Töne an. Sie haben einige ruhige und langsame Soul-Tracks auf die Platte gepackt. Schöne, eingängige Songs mit viel Gesang, der nicht nur von den Männern kommt: Die Münchnerin Sara Lugo singt mit ihrer powervollen und zugleich soulig-sanften Stimme in „End of the world“. Mit „Carried away“ schrieben die Musiker eine Ballade zum Träumen: ruhiger, sanfter und leiser Gesang, um den sich im Hintergrund dezent vereinzelte Beats und akustische Gitarrenklänge ranken. So singen Tom Lugo und Co. über „das Kind in jedem von uns“. Etwas abgegriffen sind ein paar Liebeslieder mit den typischen Themen Trennung, Schmerz, Beziehungsprobleme. Glücklicherweise bestimmen sie nicht den Ton des Albums, sind gefühlvoll und zwischendurch schön anzuhören.
Trotz der vielen verschiedenen Stilrichtungen geht das neue Album von „Jamaram“ voll und ganz auf. Es bringt den Zuhörer zum Träumen und Nachdenken, in Partylaune und Lust auf mehr. Am Mittwoch zeigt die Band bei einem Konzert in Regensburg, was sie live zu bieten hat.
Mi., 31. März, Einlass 19 Uhr, Alte Mälzerei, Galgenbergstraße 20; Support: Christian Preis & B.A.N.D. (ca. 19.30 Uhr) und Sara Lugo (ca. 20. 30 Uhr), Kartenvorverkauf in der Alten Mälzerei oder unter Tel. (0941) 788810



