Kultur 10.04.2007, 00:00 Uhr

Regensburg – (k)eine Kunststadt?

Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Städtische Galerie und viele aktive Künstler: Die Regensburger Kunstszene ist lebendig.

Die erfolgreichsteAusstellung der vergangenen Jahre in Regensburg: Die Otto-Dix-Schau im Kunstforum Foto: altrofoto.de

Die erfolgreichsteAusstellung der vergangenen Jahre in Regensburg: Die Otto-Dix-Schau im Kunstforum Foto: altrofoto.de

Von Ulrich Kelber, MZ

REGENSBURG. Es ist eigentlich ganz erstaunlich, was Regensburg im Bereich der Bildenden Kunst zu bieten hat. Da gibt es das Kunstforum Ostdeutsche Galerie mit seinem anspruchsvollen Ausstellungsprogramm. Auch die Städtische Galerie im Leeren Beutel verfügt über großzügige Räumlichkeiten. Selbst das Historische Museum mischt im Ausstellungsreigen moderner Kunst mit, gelegentlich auch das Diözesanmuseum.

Die Künstlerszene selbst ist recht aktiv. Der in Regensburg ansässige Berufsverband Bildender Künstler mit seinen rund 300 Mitgliedern strahlt in die ganze Oberpfalz und nach Niederbayern aus. Einzigartig auch der traditionsreiche Kunst- und Gewerbeverein, dessen Führung vor allem in der Hand Regensburger Künstler liegt und der demgemäß in erster Linie der regionalen Kunstszene ein wichtiges Ausstellungsforum bietet.

Viele Privat-Initiativen

Für viel frischen Wind hat in den letzten Jahren auch der „Kunstverein Graz“ gesorgt. Mit bescheidenen Mitteln hat er immer wieder mit pfiffigen und auch kritischen Ausstellungen (etwa zum umstrittenen Adler von der Nibelungenbrücke) auf sich aufmerksam gemacht. Jürgen Huber, der „Graz“-Beweger, hat sich außerdem stets um den „Blick nach draußen“ bemüht, hat viele interessante Künstler nach Regensburg geholt. Eine Initiative, die allen Respekt verdient, ist dann die „donumenta“ mit ihrer Initiatorin Regina Hellwig-Schmid. Sie bringt spartenübergreifend Kunst der verschiedenen Donauländer nach Regensburg. Die „donumenta“ könnte mit der nötigen Unterstützung und weiterer Professionalisierung zu einem international beachteten Kunst-Ereignis ausgebaut werden.

Künstlerhaus Andreasstadel und auch die private Kunstschule „Stadtkunst“ leisten lobenswerte Arbeit. Und auuch das Spektrum der privaten Kunstgalerien ist beachtlich. Schon lange etabliert sind „Galerie Bäumler“ und „Kunstkabinett“. Das Galeristenpaar Knyrim genießt bundesweit Anerkennung als Keramik-Experten; andere Galerien setzen ihren Programmschwerpunkt bei Künstlern der Region. Neu hinzugekommen ist „Art Affair“, wo alle Spielarten von Figuration und Realismus – opulent bis eklektizistisch – den Schwerpunkt bilden (wenn man das pompöse Porträt sieht, das Jörg Immendorff von Ex-Kanzler Schröder geschaffen hat, dann liegt diese Galerie sogar richtig im Trend).

 

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