Das Tauwetter birgt am Guggenberger See Gefahren
Da war der See noch sicher: Bei knackigen Minusgraden nutzten viele die Eisfläche des Guggenberger Sees. Bei Tauwetter wie in diesen Tagen ist der Spaziergang auf dem brüchigem Eis dagegen lebensgefährlich. Foto: MZ-Archiv
Am Montag waren noch frische Fußspuren bis weit hinaus zu erkennen. Bürgermeister Heinz Kiechle hatte Ende vergangener Woche noch selbst eine Familie beobachtet, die auf dem Eis mitten im See spazieren gegangen ist. Kiechle: „Ich habe kaum hinsehen können“. Bereits zu diesem Zeitpunkt sei das Eis seines Erachtens nicht mehr sicher, die Wasserfläche am Ufer zum Teil offen gewesen.
Kiechle kennt den Guggenberger gut. Er weiß dass es Grundwasserströmungen gibt, die den See auch im Winter mit frischem Wasser versorgen. Im Sommer kühlen diese Quellen das Wasser, im Winter haben sie dagegen einen wärmende Wirkung. Wenn dann noch Plusgrade von der Oberseite dazukommen, kann die Eisdecke stellenweise sehr schnell sehr dünn werden. Wer bei leichtem Tauwetter die Eisfläche betritt, begebe sich leichtsinnig in Lebensgefahr, warnt Kiechle. Im Ernstfall würden womöglich auch andere in Gefahr geraten, denn eine Eisrettung sei in solchen Situationen mehr als schwierig.
Im Januar hatten Bürger bei der Stadt angefragt, ob es nicht möglich wäre, am Guggenberger See oder am Neutraublinger See eine Eislauffläche frei zu räumen. Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, um im Stadtrat klar zu stellen, dass die Stadt für beide Gewässer keinerlei Verantwortung oder Service übernehmen könne. Eissport im Winter und Baden im Sommer stünden immer in der Verantwortung des einzelnen Bürgers, für Kinder seien deren Eltern verantwortlich. Die Stadt habe keine Möglichkeit, zu beurteilen, wann eine Eisfläche sicher sei und wann nicht. Deshalb könne sie auch keine Eislaufbahn frei räumen. Denn dann würde sie die Verantwortung für die Sicherheit übernehmen.



