Nachrichten aus dem Landkreis Regensburg 11.10.2009, 15:36 Uhr

Wenn der Caller ruft, ist kein Platz mehr für trübe Gedanken

Wenn der Caller ruft, gibt es kein Halten mehr. Foto: Schiller

Wenn der Caller ruft, gibt es kein Halten mehr. Foto: Schiller

Sollte einer der zahlreichen Besucher beim Schnupperabend noch von seiner Alltagswelt frustriert angekommen sein, hat er die miese Laune schnell verloren. Im katholischen Pfarrsaal St. Michael, wo der Square Dance Club trainiert, ist kein Platz für trübe Gedanken. Bei gedämpftem Licht, leckerem Buffet, fliegenden, bunten Petticoats und rasanten Kommandos des „Callers“ zu Western, Country und allerlei anderer Musik, erliegt jeder dem Zauber von Spaß, Tanz und absoluter Ungezwungenheit. „Des is da Wahnsinn, so viele waren noch nie da“, freut sich ein Clubmitglied.

Robert Bröhl aus der Passauer Gegend gibt die „Calls“, Aufforderungen zu bestimmten Grundfiguren. Auf diese reagieren die Square Dancer und der „Caller“ bastelt daraus immer wieder neue unterschiedliche Choreografien. „Bow to the partner, bow to the corner“, fordert er die Neulinge und die alten Hasen, die zuvor schon die ersten Kostproben ihres Könnens gegeben haben auf.

Getanzt wird im Quadrat mit jeweils acht Leuten. Mit der Verbeugung zum Partner und zum „Corner“ der Person, die am Eck steht, wird jeder Tanz eröffnet.

So mancher Schupper-Square Dancer atmet beruhigt auf – mit stocksteifen Schultanzstunden und Paartanzveranstaltungen hat der Square Dance nicht zu tun. Hier trifft man von Anfang an bei jedem „Call“ auf eine andere Person aus seinem Quadrat, hier dominieren lachende Gesichter, hier gibt es mitreißende Musik und nette Gespräche. So mancher Neuling wundert sich denn bald, dass er spielend schon drei Grundfiguren beherrscht.

Selbst weniger musikalische Menschen dürften keine Probleme beim Square Dance haben, denn „es wird nicht nach der Musik getanzt, sondern nach dem Caller“, berichtet Ottmar Röhrl, Vorsitzender des Vereins. Diesen gibt es nun seit 16 Jahren und er hat derzeit 70 Mitglieder. „Die Faszination ist die Kombination aus Musik, Tanz, Bewegung und Konzentration“, ist sich Ottmar Röhrl sicher.

Der Square Dance komme ursprünglich aus den USA, dort sei er entstanden, als die Einwanderer aus den verschiedensten Ländern und mit den verschiedensten Tänzern versucht haben miteinander zu tanzen. Damit dies funktioniert, habe man sich auf bestimmte „Calls“, also Kommandos zu bestimmten Figuren geeinigt. Und der „Caller“ war früher einfach ein Fiedler, der den ganzen Saal unterhalten hat. „Der Square Dance enthält Stilelemente aus allen Volkstänzen“, klärt Caller Robert Bröhl seine Tänzer auf. „Vielleicht erkennt der eine oder andere etwas aus dem Bayrischen Bändertanz…“

Schnuppertraining ist noch nächsten Freitag von 19.30 bis 22 Uhr im Pfarrsaal St. Michael, diesmal mit der Clubcallerin Christel Kreiner. Ein neuer Kurs beginnt am Freitag, 23. Oktober. Termin ist jeweils Freitags von 19 bis 20.30 Uhr. Dabei werden die etwa 70 verschiedenen Grundfiguren erlernt.

 

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