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Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Medien

„Man ist stärker, wenn man Verbündete hat“

Jeder Mensch ist ein bisschen anders. Einige Kinder essen am liebsten Nudeln, die anderen vielleicht Reis. Manche sehen anders aus oder tragen andere Klamotten. Muschda Sherzada hat als Moderatorin im Fernsehen schon viele verschiedene Menschen kennengelernt, zum Beispiel in der Sendung „Weltreise Deutschland“.
Interview: Antje Müller, dpa

Als Moderatorin lernt Muschda Sherzada viele Menschen kennen. Foto: Milena Virchow/WDR/dpa

Muschda Sherzada ist in unserer Hauptstadt Berlin geboren. Ihre Eltern kommen aus dem Land Afghanistan. Sie hat also einen Migrationshintergrund. Davon spricht man etwa, wenn Eltern aus einem anderen Land stammen. Muschda Sherzada macht sich viele Gedanken darüber, wie Menschen miteinander umgehen sollten. Zu Reportern sagte sie mal, ihr wichtigster Wunsch sei mehr Toleranz auf der Welt. Wir haben sie gefragt, was genau sie damit meint.

Was bedeutet Toleranz für dich?

Muschda Sherzada: „Toleranz bedeutet für mich, dass man versteht: Es gibt ganz viele Menschen, die vielleicht anders sind als ich. Sie haben zum Beispiel eine andere Religion oder Hautfarbe oder denken anders. Davor muss man Respekt haben. Toleranz bedeutet: Man hat Verständnis dafür, dass andere Menschen anders sind. Und man hat das Ziel, friedlich miteinander zu leben.“

Hast du denn selbst schon Situationen erlebt, in denen du dir mehr Toleranz gewünscht hättest?

Muschda Sherzada: „In Ost-Berlin war ich als Kind eine der ganz wenigen, die anders aussahen. Dunkle Haare, braune Augen. Damals gab es hier noch nicht so viele Schüler mit Migrationshintergrund wie heute. Ich bin damals auf sehr viel Toleranz gestoßen, auf sehr positive Neugier. Es gab auch Momente, wo ich auf der Straße doof angemacht wurde, aber das waren im Verhältnis zu den schönen Momenten ganz seltene Ausnahmen.“

Was kann man tun, um tolerant zu werden?

Muschda Sherzada: „Unbedingt mit anderen Kindern reden. Man kann im eigenen Freundeskreis, in der Klasse anfangen. Man kann vielleicht mal mit dem Mitschüler nach Hause gehen, dessen Eltern aus einem anderen Land kommen. Wo es bestimmte Feste gibt. Wo man mal eine türkische Hochzeit erleben kann, oder ein jüdisches Fest. Wenn man sich für die Familien und für die Bräuche und die Kultur interessiert, fängt Toleranz schon an.“

Wenn ich selbst ungerecht behandelt werde, wie kann ich für meine Rechte einstehen?

Muschda Sherzada: „Man ist stärker, wenn man Verbündete hat. Das können Freunde sein, Lehrer oder Eltern. Alleine ist das schwierig. Deshalb sollte man sich Unterstützung suchen und mit anderen darüber sprechen.“

Hat die Herkunft deiner Familie beim Fernsehen schon mal eine Rolle gespielt?

Muschda Sherzada: „Viele Mädchen mit Migrationshintergrund sind schon auf mich zugekommen und haben gesagt, dass ich ihr großes Vorbild bin - was mich sehr stolz macht. Was kann es Schöneres geben, als jungen Mädchen zu mehr Selbstvertrauen zu verhelfen? Deshalb liebe ich meinen Job!“

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