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Zeitung in der Schule
Dienstag, 21. November 2017 7

Geschichte

Auf Zeitreise im Historischen Museum

Von den Römern bis ins Mittelalter – die Stadt Regensburg hat im Laufe der Jahrhunderte schon viele Höhen und Tiefen erlebt.
Von der Klasse 8 der J.-B.-Laßleben-Mittelschule, Kallmünz

Steinbohrer waren einst eine wichtige Entwicklung für die Menschen. Foto: Klasse

Regensburg.Achtklässler aus Kallmünz haben im Historischen Museum in Regensburg einen Ausflug in die Vergangenheit unternommen.

Startpunkt: Vorgeschichte

Die Schüler starteten ihren Rundgang unter fachkundiger Führung in der Vorgeschichte – und hatten dort gleich einen Grund zum Staunen: „Italien, das ist doch Italien. Aber irgendwie sieht es anders aus!“, meinte ein Schüler. Die Erklärung ist einfach: Der Meeresspiegel war auch in der Steinzeit starken Schwankungen unterworfen. Je wärmer es war, desto höher war der Meeresspiegel. War Eiszeit, war das Wasser in den mächtigen Gletschern gebunden und die Küstenlinie lag da, wo heute Wasser ist. Das konnte man am Umriss deutlich erkennen. Schon in der Steinzeit bekamen die Menschen Grabbeigaben mit in ihre letzte Ruhestätte – ein Beweis dafür, dass die Menschen schon an ein Leben nach dem Tod glaubten. Neben Waffen und Schmuck gab es auch Schweinehaxen und Getränke mit auf die Reise ins Jenseits. Die Menschen wurden oft mit angewinkelten Armen und angezogenen Beinen bestattet. Das nennt man Hockerstellung. Jedoch änderte sich der Totenbrauch auch wieder. In späterer Zeit wurden die Toten verbrannt und die Asche in Grabhügeln bestattet.

Schmuck und Waffen

Viel Augenmerk legten die Menschen auf Schmuck und Waffen. Zuerst bestanden Äxte aus Stein. Der Feuerstein, den die Menschen benutzten, gab es in Lagerstätten unter der Erde. Um an ihn heranzukommen buddelten unsere Vorfahren bis zu 20 Meter tiefe Löcher – wahrscheinlich waren es Kinder, die den wertvollen Feuerstein aus dem Boden holten. Um in die Steinäxte Löcher hineinzubekommen, entwickelten sie Steinbohrer. Mit diesem Gerät dauerte es bis zu zwei Tage um ein Loch in einen Stein zu bekommen – ganz schön mühsam. Im Lauf der Zeit wurden immer neues Material für Waffen „erfunden“: zuerst Kupfer, dann Bronze und später Eisen. Echt spannend!

Kurzstopp: Römerzeit

Dann machten wir einen großen Zeitsprung – von der Zeit weit vor Christus in die Römerzeit. Auf dem Stadtgebiet von Regensburg bauten die Römer ein Lager: Castra Regina. Davon erzählt im Museum ein langer Text in lateinischer Sprache – Rechtschreibfehler inklusive. Der heutige Stadtname Regensburg zeugt vom Namen des Lagers – das Lager am Regen.

Ankunft im Mittelalter

Dann kam der Endpunkt unserer Reise: das Mittelalter. Im Mittelalter war Regensburg sehr reich und das ist auch der Grund, warum Regensburg die erste steinerne Brücke bauen konnte. Wahrscheinlich kommt daher der Ausdruck „steinreich“. Die Regensburger konnten sich außerdem die Freiheit erkaufen – Regensburg war eine Freie Reichsstadt. Die Grenzen der Stadt wurden mit Grenzsteinen markiert, in die auf der einen Seite das Wappen der Stadt Regensburg und auf der anderen Seite das Wappen des bayerischen Königreichs eingemeißelt waren. Es gab viel Geld in der Stadt – manchmal wurde es auch versteckt. Davon zeugt der Goldschatz im Museum. 624 papierdünne Münzen aus Gold, die etwa eine Million Euro wert sind, wurden während des Dreißigjährigen Krieges in Tonkrügen versteckt und kamen erst in der heutigen Zeit bei Bauarbeiten wieder zum Vorschein.

Regensburg und seine Geschichte – im Historischen Museum kann man gut auf Zeitreise gehen – und hinterher im Hof des ehemaligen Klosters einen neuzeitlichen Cappuccino genießen.

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