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Zeitung in der Schule
Sonntag, 20. August 2017 23° 2

Soziales

Der Weg zurück in die Gesellschaft

Das Projekt „Donaustrudl“ in Regensburg gibt Obdachlosen und Menschen in finanzieller Not eine Chance, Geld zu verdienen.
Von der WJA 10 der Berufsschule Neumarkt

Rund 20000 Bücher stehen beim Donaustrudl zum Verkauf. Foto: Klasse WJA 10

Regensburg.Als wir mit 14 Schülern und zwei Lehrern beim Donaustrudl ankamen, waren wir erstaunt: Die Zentrale war über und über voller Bücher, insgesamt etwa 20000 Stück! Es empfing uns eine Sozialarbeiterin, die uns über die Straßenzeitung, das Bücherprojekt und die Geschichte des Vereins informierte. Wir erfuhren, dass der Donaustrudl im Jahr 1998 gegründet wurde und zuerst nur alle drei Monate eine Ausgabe der Straßenzeitung erschien. Mittlerweile wird die Zeitung monatlich mit rund 5000 Exemplaren gedruckt.

Erlös aus jeder Zeitung

Das Prinzip heißt: „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Zeitung kostet zwei Euro, davon erhält der Verkäufer 90 Cent. Der Verkauf ist für Menschen, die finanzielle Probleme haben und oft obdachlos sind. Um die Zeitung verkaufen zu dürfen, muss man mindestens 18 Jahre alt sein und nur ein Einkommen unter 500 Euro haben. Derzeit gibt es etwa 40 Verkäufer und Verkäuferinnen.

Neben dem Zeitungsprojekt gehört das Bücherprojekt zur Arbeit des Donaustrudls. Hier kann jeder Bücher abgeben, die er nicht mehr braucht. Diese werden dann von den Mitarbeitern nach Wert sortiert und wieder verkauft. Die Einnahmen gehen direkt an das Donaustrudl-Projekt.

Nachdem wir uns vom Büchersortiment selbst überzeugt hatten, konnten wir uns mit dem Sprecher der Verkäufer, Andy, unterhalten. Er war früher selbst wohnungslos und erzählte uns von seinem Leben auf der Straße. Besonders beeindruckt hat uns sein Werdegang: Der gelernte Krankenpfleger wollte, verursacht durch die Trennung von seiner Frau, mit Anfang 30 sein bisheriges Leben hinter sich lassen und ging auf die Straße. Er hatte alles verloren, nichts blieb ihm außer seinem Hund, mit dem er quer durch Europa und Nordafrika reiste.

Hartes Leben auf der Straße

Die ersten Tage auf der Straße beschrieb er als sehr hart. Er verdiente sein Geld unter anderem damit, dass er selbstgemalte Bilder verkaufte. Gelegenheiten zum Waschen fand er in Flüssen und Bächen. Als er 2002 nach Regensburg kam, entdeckte er den Donaustrudl und verkaufte die Straßenzeitung. In der Kleiderkammer „Strohhalm“ fand er eine Möglichkeit, seine Kleidung zu tauschen und zu waschen. Heute lebt der sympathische Mann in einer Wohnung und ist als Verkäufersprecher beim Donaustrudl.

Unsere Klasse hat es sehr beeindruckt, mehr über die Hilfsangebote für Wohnungslose zu erfahren und eine spannende Lebensgeschichte zu hören! Dennis Auernhammer,

David Meyer, Nico Kummert

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