mz_logo

Zeitung in der Schule
Dienstag, 17. Oktober 2017 20° 12

Soziales

Mehr als eine Straßenzeitung

Der Zeitungsverkauf und das Bücherprojekt des Regensburger Donaustrudls kommen den Obdachlosen und Armen zugute.
Von der Klasse 8b des Musikgymnasiums der Domspatzen

Der Donaustrudl wird jeden Monat für zwei Euro in Regensburg verkauft. 90 Cent davon gehen direkt an den Verkäufer.

Regensburg.„Wer zuerst am Verkaufsplatz ist, darf dort bleiben!“ Dies bezeichnet die Sozialarbeiterin Melanie Pauli als die goldene Regel des Zeitungsverkaufs beim Donaustrudl. Die Verkaufsstelle ist hierbei in Regensburg frei wählbar, aber ein Mindestabstand von 50 Metern ist dort einzuhalten, wobei die 40 bis 45 Angestellten meist in der Innenstadt anzutreffen sind.

Bei der Sozialen Straßenzeitung, von der 5000 bis 7000 Exemplare gedruckt werden, kommen von den zwei Euro Verkaufspreis 90 Cent direkt dem Verkäufer zugute. Wer sich als Zeitungsverkäufer bewerben will, muss mindestens 18 Jahre alt sein, und darf ein Einkommen von höchstens 500 Euro im Monat zur Verfügung haben.

Im Büro des Donaustrudls stapeln sich die Bücher. Die Einnahmen aus dem Verkauf fließen unter anderem in den Druck der Straßenzeitung.

Für Besucher des Büros stellt sich erstmals die Frage nach der Zeitung, da man auf den ersten Blick nur Bücher sehen kann. Erst, wenn man um die Ecke geht, kann man die Auswahl von verschiedenen Themen und Titelbildern erblicken.

Dort wird jede Woche mit den ehrenamtlichen Reportern über den Inhalt und das Aussehen des Magazins diskutiert. Auch die Verkäufer haben hier die Möglichkeit an der Gestaltung der Straßenzeitung teilzunehmen. Beim Blick geradeaus findet man ein gigantisches Labyrinth von Bücherregalen vor, in welchem verschiedenste Bücherthemen, von Philosophie bis Erotik, Blu-ray-Discs, Schallplatten, Spiele und sogar Kulturgegenstände vorzufinden sind. Die freiwilligen Mitarbeiter arbeiten hart daran, die abgegebenen Bücher zu sortieren und zu bewerten, dies wird in einem kleinen erhöhten Raum deutlich, der sich am Ende des Labyrinths befindet. In diesem stapeln sich die neu abgegebenen Bücher zu riesigen Haufen.

Lesen Sie hier ein Interview mit einem Straßenverkäufer.

Die besten und wertvollsten Bücher werden im Internet verkauft, wobei der Durchschnittspreis oft deutlich unter dem anderer Anbieter liegt. Die Einnahmen des Bücherprojekts werden genutzt, um den Druck der Zeitung zu finanzieren und das Büro aufrecht zu erhalten. Die Bücher werden meist von Leuten, die diese bereits gelesen haben, oder die nach einem Umzug keinen Platz mehr für die Bücher haben, abgegeben.

Ein geplantes Projekt ist das Erstellen eines alternativen Stadtführers, der wegen seiner höheren Anzahl an Seiten einen höheren Verkaufspreis hat. Der Verkäufer erhält allerdings auch einen höheren Anteil am Erlös. „So schafft sich der Donaustrudl neben Zeitungsverkauf und Bücherprojekt ein weiteres Standbein.“

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht