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Zeitung in der Schule
Dienstag, 21. November 2017 7

Medizin

Strom statt Skalpell: Schüler „operieren“ Steak


Von Michael Denz, Krankenpflegeschule Mainburg

Covidien ist eigenen Angaben zufolge ein führender Konzern der Gesundheitstechnik mit weltweit 41.000 Mitarbeitern an 70 Standorten alleine in Europa und einem Umsatzvolumen von über elf Milliarden US-Dollar. Schüler im ersten Ausbildungsjahr der Krankenpflegeschule Mainburg, Klassenleiter Ronald Seidl und Fachlehrerin Martina Neumaier waren zu Gast in der Neustädter Niederlassung von Covidien. Marketingdirektor Dr. Jörg Kunz, Wolfgang Johannes, Leiter der Ausbildung für die Chirurgie, und Michael Gönner, Mitarbeiter in der Hochfrequenzchirurgie, informierten die Besucher. Sie bekamen einen Einblick in die Firmengeschichte und die Arbeit der Firma allgemein.

Über 50.000 Produkte

Die interessierten Schüler erfuhren, dass Covidien mehr als 50.000 Produkte für sämtliche Sparten der Gesundheitsversorgung produziert. Davon gehörten gut 14.000 schon längst zur gängigen Standardausstattung in Kliniken und Praxen in Deutschland. Die Produktpalette umfasst von Beatmungsgeräten über Monitore bis hin zu Urindrainagen und Fieberthermometern nahezu alle medizinischen Hilfsmittel, so dass die Bereiche Chirurgie, Intensivmedizin/Beatmung, Pflege, Gefäßchirurgie und Diagnostik abgedeckt werden. Nach Angaben der Firmenvertreter wird stetig nach Lösungen zur besseren und effizienten Behandlung von Patienten gesucht. Eine der innovativsten Entwicklungen, auf die der Konzern besonders stolz ist, ist wohl der „Force triad“, ein Hochfrequenz-Generator, der einen chirurgischen Eingriff nahezu ohne Blutverlust ermöglicht.

Schnitte und Verödungen

Die Schüler durften nach einer umfangreichen Einweisung selbst Hand anlegen und an einem Stück Fleisch („Gerne nehmen wir zu Demo-Übungen Schweine-Nackensteaks“, sagte Michael Gönner lachend) erste Schnitte und Verödungen mit dem patentierten Gerät üben. So konnten sich die künftigen Gesundheits- und Krankenpfleger auch einmal in die Rolle von Chirurgen hineinversetzen und deren Arbeit nachvollziehen.

Nachdem alle Fragen der Besucher zu Firmendaten, technischen Daten und Produktentwicklung beantwortet waren, ging es um das Thema Ausbildung bei Covidien. Von den zirka 350 Mitarbeitern, die in Deutschland im Vertrieb beschäftigt sind, absolvieren speziell die in der Chirurgie tätigen Verkäufer eine zweimonatige Ausbildung im Ausbildungszentrum in Elancourt bei Paris, die „vom Allerfeinsten ist“, sagte Ausbildungsleiter Wolfgang Johannes. Dabei werde besonderer Wert auf die medizinische Terminologie, anatomische und physiologische Kenntnisse, Produkttraining, Präsentationstechniken, Labortraining, Salestraining und Fremdsprachen gelegt.

Gäste können Wissen testen

„Unsere Mitarbeiter arbeiten im OP mit, sie schulen die Ärzte im Umgang mit den Geräten, da müssen sie natürlich das medizinische Know-how mitbringen.“ Fünf schriftliche Prüfungen müssten die Bewerber während der Ausbildungszeit mit mindestens „gut“ bestehen, danach folge erst eine Festanstellung. „Etwa 90 Prozent aller Bewerber schaffen das aber und werden fest angestellt“, so der Leiter der Ausbildung für die Chirurgie, Wolfgang Johannes. Jährliche Rezertifizierungen der Beschäftigten trügen dazu bei, dass nicht nur die Produkte verbessert, sondern auch die Mitarbeiter immer up to date seien. Auch die Gäste konnten ihr Wissen beziehungsweise ihre Eignung für Covidien bei einem Testing überprüfen und bekamen einen guten Einblick, „dass da net jeder daherkommen kann. Ohne medizinische Kenntnisse geht da gar nix“, so eine Schülerin.

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