Beruf & Karriere 13.05.2011, 11:59 Uhr

Berufsunfähigkeit absichern

Zeckenbiss, Mobbing, Sturz vom Mountainbike: Es gibt viele Möglichkeiten, berufsunfähig zu werden.

Dachdecker haben einen gefährlichen Job, denn ein Sturz kann schwere gesundheitliche Folgen haben. Daher sollten auch Azubis eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Dachdecker haben einen gefährlichen Job, denn ein Sturz kann schwere gesundheitliche Folgen haben. Daher sollten auch Azubis eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

Hamburg. Zeckenbiss, Mobbing, Sturz vom Mountainbike: Es gibt viele Möglichkeiten, berufsunfähig zu werden. Seit vor zehn Jahren der gesetzliche Rentenanspruch für die Jahrgänge ab 1961 gestrichen wurde, ist private Vorsorge gefordert. Viele Berufseinsteiger sparen aber daran. Mechatroniker, für Martin der Traumberuf. Die Ausbildung klappt super, die Übernahme auch. Alles bestens also. Bis zu jenem Nachmittag, an dem Martin beim Basteln am Auto zwei Finger einbüßt. Aus und vorbei mit dem Traumjob. Stattdessen: Stelle weg, Geld weg. Eine Berufunfähigkeitsversicherung hat Martin nicht.

Der fiktive Fall sei typisch für Berufseinsteiger, meint Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) aus Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. „Die jungen Leute setzen andere Prioritäten. Auto, Handy, Computer: Dafür geben sie Geld aus.“ Zugleich verzichten sie darauf, ihren Lebensunterhalt frühzeitig abzusichern. Dazu bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU, eine Chance. Deshalb zählt eine BU für Verbraucherschützer wie Bianca Boss zum Muss. Allerdings ist sie teuer: Mindestens 20 Euro pro Monat kostet es, um im Ernstfall etwa 500 Euro Rente zu bekommen. Üblicherweise werden zwischen 60 und 80 Prozent des Einkommens abgesichert.

Der Beitrag orientiert sich am ausgeübten Beruf und dem Alter. „Im Handwerk besteht ein höheres Risiko berufsunfähig zu werden als im Büro“, umreißt Boss die Kalkulation. Aus dem gleichen Grund steigt der Beitrag mit zunehmendem Alter. Experten empfehlen einen Vertragsabschluss schon zu Beginn einer Lehre und eine Laufzeit bis zum Alter von 67 Jahren.

Das gebremste Interesse junger Verbraucher erklärt Martin Kinkel, der im Auftrag von Arbeitsagenturen und Personalabteilungen Vorsorgeseminare für Berufseinsteiger anbietet, auch mit der Komplexität des Produkts. Es gelte viele, in eine unbestimmte Zukunft weisende Details zu berücksichtigen: Karrieresprung, ein zweiter Beruf? Was ist bei Heirat, Geburt, Selbstständigkeit?

 

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