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Hollywood

„Brangelina“ klingen langsam sanfter

Das einstige Traumpaar lebt seit einem Jahr im Rosenkrieg. Inzwischen befehden sich Pitt und Jolie nicht mehr öffentlich.
Von Barbara Munker, dpa

Die US-Schauspieler Angelina Jolie und Brad Pitt 2012 Hand in Hand auf der Berlinale. Foto: Michael Hanschke

Los Angeles.Für Jahre waren sie Hollywoods Traumpaar: „Brangelina“. Ein Jahr ist die Trennung von Angelina Jolie (42) und Brad Pitt (53) nun schon her. Nur selten war Jolie seither mit ihren sechs Sprösslingen in der Öffentlichkeit zu sehen. Familienfotos mit dem Vater gab es gar keine mehr. Das Aus nach elf gemeinsamen Jahren und zwei Jahren Ehe hatte viele Menschen bewegt. Es geschehe „zum Wohl der Familie“, so die knappe Mitteilung von Jolies Team. Im Scheidungsantrag stand der 15. September als Datum für die Trennung. „Ich bin sehr traurig, aber was am meisten zählt, ist das Wohlbefinden unserer Kinder“, ließ das Pitt-Lager verlauten.

Die US-Medien überschlugen sich mit Spekulationen: Waren Streitigkeiten über die Erziehung der sechs Kinder der Grund? Oder trank und rauchte Pitt für Jolies Geschmack zu viel? Ein Jahr nach der Trennung haben die Ex-Partner manche Mutmaßungen bestätigt, doch der letzte Stand des Scheidungsdramas ist unter Verschluss. Zum Wohl der Kinder wollten sie die Scheidung unter Ausschluss der Öffentlichkeit abwickeln, hatten die Eltern im Januar verkündet. Sämtliche Gerichtsdokumente wollten sie vertraulich behandeln.

Abstand zum Alkohol

2001 noch Seite an Seite: Angelina Jolie und Brad Pitt in CannesFoto: dpa

Der Sorgerechtsstreit um die drei leiblichen und drei adoptierten Kinder im Alter von 9 bis 16 Jahren ist schwierig. Jolie pochte darauf, dass die Kinder in der Obhut der Mutter bleiben und ihren Vater nur bei Besuchen sehen. Pitt strebte eine gemeinsame Sorgerechtsregelung an. Im Februar schlug Jolie erstmals versöhnlichere Töne an. „Es war eine sehr schwierige Zeit. Aber wir sind eine Familie. Und wir werden immer eine Familie sein“, sagte sie BBC World News.

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Pitt brach im Mai sein Schweigen. Im Interview mit „GQ Style“ erzählte der Schauspieler, dass er in Therapie sei und von Alkohol Abstand halte. Er wolle ein gesünderes Leben führen, mehr Zeit mit den Kindern verbringen. Er sei nach der Trennung bei Freunden untergekommen. Es sei „zu traurig“ gewesen, alleine in seinem Haus in Hollywood zu sein, so Pitt, der auf Bildern zum Interview mit hagerem Gesicht nachdenklich in die Kamera blickt.

Das FBI war eingeschaltet

  • In den Rosenkrieg

    wurden anfangs sogar FBI und Jugendamt eingeschaltet. Es ging um eine angebliche Auseinandersetzung während eines Fluges, als der Schauspieler mit seinen Kindern unterwegs war. Die Untersuchungen wurden nach wenigen Wochen eingestellt, Pitt wurde nicht belangt.

  • Streitpunkt

    ist das Sorgerecht für die Kinder. Brad Pitt dürfte sich ein Sorgerecht zu gleichen Teilen wünschen, Angelina Jolie vermutlich auf mehr Zeit mit dem Nachwuchs dringen.

Ihr hätten der Trennungsstress und die plötzliche alleinige Verantwortung für die Kinder stark zugesetzt, sagte Jolie im Sommer „Vanity Fair“. Zeitweise habe sie Lähmungserscheinungen im Gesicht gehabt. „Die Zeit war hart und wir können gerade erst wieder durchatmen“, sagte Jolie zuletzt. Inzwischen lebt die Familie in Los Angeles – in der Nähe von Pitt. Über die Kommunikation mit ihm äußerte sich Jolie zurückhaltend. „Wir kümmern uns umeinander und wir kümmern uns um unsere Familie, wir arbeiten auch auf dasselbe Ziel hin“, sagte sie diplomatisch.

Gwyneth Paltrow als Vorbild

Scheidungsanwältin Jacqueline Newman, die Promi-Klienten vertritt, aber kein Mandat in der Jolie-Pitt-Scheidung hat, geht davon aus, dass das Millionenvermögen des Paares relativ leicht zu teilen sein wird. Ein Ehevertrag dürfte regeln, was jedem der Partner zusteht.

Eine Promi-Trennung im Rampenlicht sei immer schwierig, meint die New Yorker Juristin. Doch wenn Kinder im Spiel seien, gäben sich viele Paare besonders Mühe. Als Beispiel nennt sie Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow und Coldplay-Sänger Chris Martin. Nach elf Jahren Ehe hatten die Eltern von Moses und Apple 2014 einen Schlussstrich gezogen. Sorgerecht und Gütertrennung wurden privat geregelt. Für „Brangelina“ könnte das ein Vorbild sein. Pitt und Paltrow standen in den 1990er Jahren gemeinsam vor der Kamera, waren sogar verlobt.

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