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Kultur
Dienstag, 17. Oktober 2017 20° 12

Ausstellung

Die helle Freude für Naturfreunde

Das Naturkundemuseum Regensburg zeigt bis 26. Oktober Werke der Gruppe Animaler: ein gegenständlicher, ironiefreier Streifzug durch die Tierwelt.
Von Claudia Böckel, MZ

Das Aquarell „Gelbschnabeltoko“ von Daniela Pulwey Foto: NKM

Regensburg.Das Naturkundemuseum zeigt Tierbilder. Was läge näher? Das gab es auch schon öfter. Diesmal aber stellt eine Künstlergruppe aus, die sich Animaler nennt. Die Mitglieder tragen also schon im Namen ihre Intention zur Schau. 2003 gegründet von den bekanntesten Naturmalern Deutschlands, haben sie neben der Malerei auch noch andere Anliegen: Sie wollen mit ihren Bildern auf ökologische Zusammenhänge hinweisen, sie unterstützen Naturschutzprojekte und fördern Bildungsarbeit. „Wir Tiermaler glauben noch an das uralte Band zwischen Mensch, Tier und Natur und wir versuchen, es zu ergreifen.“

Von der Fotografie verdrängt

Ungefähr 50 Bilder von 13 Animalern: Zwei Geschosse des NaturkundeMuseums Ostbayern sind damit gut gefüllt. Die Werke stehen in der jahrhundertealten Tradition der Tierdarstellung, die durchaus auch praktische Bedürfnisse erfüllte: Tierheilkunde, Jagdwesen, Pferdezucht und -haltung, Vogelkundliches stand da im Mittelpunkt. Das Tier wurde anatomisch genau dargestellt, oft inmitten seines Lebensraumes. Illustrierte Naturgeschichten wie Naumanns berühmte „Naturgeschichte der Vögel Deutschlands“ oder Brehms Tierleben kamen ohne Tiermaler nicht aus.

Heute hat die Fotografie die Tiermalerei weitgehend verdrängt. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass diese Kunstform etwas antiquiert wirkt. All die naturgetreuen Pferde, Luchse, Kraniche, Kaffernhornraben, Auerhähne usw. haben wenig Ironie, aber sehr viel Akribie. In verschiedensten Techniken ausgeführt, von Acryl bis Seidenmalerei, von Öl bis Aquarell bedienen sie den Blick des Naturkundlers. Manche Wildschweinrotte wäre gute Jagdzimmermalerei. Man sieht den Werken an, dass da Jäger, Pferdezüchter, Ornithologen malen, Naturfreunde eben.

Einige ungewöhnliche Ansichten

Viele der Künstler setzen ihre Modelle in die Bildmitte. Am besten sind allerdings die Tierporträts, die ungewöhnliche Ausschnitte und Ansichten darstellen, deren Maler sich auch Gedanken zur Bildkomposition gemacht haben. Michael Horns großformatige „Anakonda“ oder die Flussdelfine im „Amazonas“ zeigen die Tiere in ihrem grünblauen Umfeld. Bernd Hanrath stellt die Tiere ausschnitthaft vor einen ruhigen Fond, zeigt den Feldhasen in vollem Lauf von der Seite, den „Rothirsch“ frontal in all seiner Geweihpracht, den „Muffelwidder“ mit vom Rahmen überschnittenem Horn. Tierliebhaber und Naturfreunde werden ihre Freude an den Bildern haben ebenso wie die Kunstfreunde, die es gern gegenständlich haben. Ein Baselitz-Adler ist nicht dabei.

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