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Kultur
Freitag, 28. Juli 2017 25° 2

Palazzo-Festival

Die Soneros und der Schlagerstar

Roberto Blanco will weg vom Gaudiburschen-Image. Bei der Regensburger Fiesta mit den fabelhaften Soneros de Verdad will es noch nicht recht gelingen.
Von Claudia Bockholt, MZ

  • Sonnyboy Roberto Blanco singt kubanische Musik nicht so gut wie Luis Frank – doch er ist ein glänzender Entertainer. Fotos: Bockholt
  • Luis Frank und die Soneros de Verdad sind schon Stammgast beim Palazzo-Festival.

Regensburg.„Ich bin kein Schlagersänger. Ich bin ein Sänger, der auch Schlager singt.“ Fast beschwörend wiederholt Roberto Blanco diesen Satz. Beim Auftritt im Thon-Dittmer-Hof sagt er ihn zweimal, ein weiteres Mal nach dem Konzert, als er mit nacktem Oberkörper und Handtuch um den Hals noch ein kurzes Interview gewährt. „Ich habe diese Musik immer schon gemacht. Wer meine Konzerte kennt, der weiß das“. Ups, das hat gesessen! Es stimmt schon: Das Schlager-Image pappt an Blanco so zäh wie Pech. Doch auch beim Auftritt mit den fabelhaften Soneros de Verdad wird er es nicht los.

Kubanische Eltern hat Roberto Zerquera Blanco, der mit seinen 76 Jahren stimmlich wie körperlich noch beeindruckend fit ist. Erst 53 ist Luis Frank Arias, der dem Sonnyboy der deutschen Unterhaltungsmusik in Regensburg, sicher ohne es zu wollen, die Show stiehlt. Zwei musikalische Alphamännchen stehen da am Ende der Show gemeinsam auf der Bühne. „Mein Blut“, strahlt Blanco. Doch authentischer ist ohne jeden Zweifel Luis Frank. Das Publikum jubelt, als er wieder mit seiner markanten Stimme einfällt, nachdem Blanco die zweite Hälfte des Abends vor allem mit Songs seines aktuellen Albums „Du lebst besser wenn Du lachst“ bestritten hat. Blanco singt mit fester, voluminöser Stimme, die leider zwischendurch arg schmetternd auf Wirkung setzt, etwa bei „Granada“. Eingespielt hat er die Songs auf Kuba und zwar mit Musikern der Soneros. So spannte das Management einfach alle für acht gemeinsame Konzerte zusammen. Zwar sagt Blanco, dass die Zielgruppe dieselbe sei. Doch die Reaktionen des Publikums lassen Zweifel aufkommen. Blanco wird sehr freundlich aufgenommen – die Soneros hingegen hat man längst ins Herz geschlossen.

„Ich liebe Regensburg!“ ruft Luis Frank, der schon Stammgast beim Palazzo-Festival ist. „Alle sssusssammen!“ Der Hof ist nicht voll – umso besser für die Salsa-Tänzer, die unter den Arkaden und links vom Absperrband voller Freude rythmisch mitgehen. Rechts davon das Publikum, das der Nachfolgegeneration des „Buena Vista Social Club“ lieber sitzend lauscht. Der traditionelle Son – natürlich mit „Chan Chan“ und „A Buena Vista“ – wird aufgefrischt mit dem dritten Sänger im Bunde, Mayito Rivera. Der rappt zwischendurch auch mal kurz los.

Die Musiker sind hochklassig, Trompeter Lázaro Amauri Oviedo Dilout und Tres-Virtuose Cotó stechen heraus. Was für ein schöner, familiärer Sommerabend. Auch (Los Dos Y) Companeros aus Amberg tanzen mit. Roberto Blanco hat übrigens in New York ein Swing-Album aufgenommen. „Jazz“, sagt er, „habe ich auch schon immer gemacht“.

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