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Kultur
Dienstag, 22. August 2017 26° 1

Nachfolge

Dr. Madesta übernimmt Galerie Bäumler

Die frühere Direktorin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie kehrt im Februar nach Regensburg zurück. Ihre Galerie behält vorerst den etablierten Namen.
Von Harald Raab, MZ

Dr. Andrea Madesta war von September 2009 bis März 2011 Direktorin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie Foto: dpa

Regensburg.Nach 40 Jahren setzte der Galerist Peter Bäumler am 31. Dezember vergangenen Jahres als renommierter Kunstvermittler einen Schlusspunkt. Eine Regensburger Erfolgsgeschichte mit überregionaler Strahlkraft beendet? Ja und nein. Am selben Ort – Obere Bachgasse 15 – und unter demselben Namen geht es mit dem Galeriebetrieb Ende März weiter – allerdings in neuer Verantwortung.

Der kleine, aber entscheidende Zusatz zum Galeriennamen gibt darüber Auskunft: „Galerie Peter Bäumler – Inhaberin Dr. Andrea Madesta“. Die frühere Direktorin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie und zuletzt geschäftsführende Kuratorin im Frieder-Burda-Museum am noblen Kurpark in Baden-Baden kommt nach Regensburg zurück. Sie übernimmt noch in diesem Monat die Galerie Bäumler und führt sie mit eigenem Profil, aber für die nächsten drei Jahre unter dem eingeführten Namen, weiter.

Drohende Lücke ist geschlossen

Mit dieser Regelung der Nachfolge setzt Peter Bäumler einmal mehr ein Signal für die ostbayerische Kunstszene. Seine Markenzeichen waren: Qualität mit durchaus eigenwilliger Akzentuierung, der Blick nach außen mit einem Schwerpunkt auf US-Kunst und die Pflege einiger weniger feiner regionaler Positionen wie beispielsweise Peter Wittmann und Günther Kempf. Bäumler entwickelte ein Händchen fürs Publikum, ohne gleich Zeitgeistmoden nachzulaufen. So hat er den Kunstinteressierten ein Angebot gemacht, das in der Stadt Regensburg fehlen würde. Damit es nicht zu dieser Lücke kommt, hat er bestmöglich für die Fortsetzung seines Anliegens gesorgt.

Bäumler berät seine Nachfolgerin

Bäumler bringt es in seiner direkten Art auf den Punkt, dass sein Name mit Zukunftsperspektiven regional und überregional verbunden bleiben wird: „Frau Madesta ist ein Profi. Sie hat gute Ideen. Sie weiß, was sie will. Und sie ist in der Kunstszene national wie international hervorragend vernetzt. Wenn sie das alles auf die Galerie überträgt, dann ist das optimal für alle Kunstinteressierten in Regensburg und in der Region.“ In der Anlaufphase will er seiner Nachfolgerin speziell in galerietechnischen Dingen zur Seite stehen.

Andrea Madesta ist im Gespräch die Freude auf die neue Aufgabe in Regensburg anzumerken. In rund sechs Wochen will sie mit einer ersten Gruppenausstellung ihre Positionen vorstellen. Namen der Künstler und Künstlerinnen, die sie präsentieren wird, verrät sie noch nicht. Das Programm steht noch nicht entgültig fest. Es werden jedenfalls auch Künstler darunter sein, die bisher schon von der Galerie vertreten wurden. Das Motto der Ausstellung, „Generationenwechsel“, soll neugierig machen auf neue Perspektiven.

„Ein gutes Stammpublikum“

Andrea Madesta: „Es geht mir darum, zu zeigen, dass es eine Reihe auch jüngerer Künstler und Künstlerinnen gibt, die zwar noch nicht die großen Stars der Szene sind, deren Werk aber Qualität hat. Ihre Position ist fundiert. Ihre Arbeit möchte ich bekannt machen. Jedenfalls stehe ich hinter ihnen und glaube, dass sie auf einem guten Weg sind. Ich will vermitteln, wohin die Zukunft gehen wird, ohne Bewährtes zu ignorieren.“

Von vornherein will Madesta ihr Programm national und international ausrichten. Mit ihrer nicht nur in der Fachwelt anerkannten langjährigen Arbeit als Direktorin des Museums Moderne Kunst Kärnten in Klagenfurt bringt sie dafür solide Voraussetzungen mit. Damit hat sie auch die österreichische Künstlerszene im Fokus. Sie sagt: „Es kommt mir auch darauf an, zum treuen Publikumsstamm neue und vor allem auch junge Interessenten für die Kunst zu gewinnen.“ In diesem Sinn sei Generationenwechsel durchaus in beiden Richtungen zu verstehen, bei Künstlern und beim Publikum.

Kunst nicht nur für dicke Geldbeutel

Entsprechend will sie ihre Galeriearbeit regional, aber auch überregional ausrichten. „Die ostbayerische Künstlerszene ist für mich wichtig, ich habe ja schon einiges kennengelernt. Da will ich mich weiter umsehen.“ Mit diesem Background hat sie sich auch Ehrgeiziges vorgenommen: „Ich will Käuferschichten der Region, die jetzt meist nur in den Zentren unterwegs sind, für Regensburg zurückgewinnen.“

Galeriearbeit, so versichert die gelernte Museumsfrau, hat für sie einen weiteren Horizont als bloßer Kunsthandel: „Es kommt mir auf kulturelle Vernetzung an. Ich will mit Galeriekollegen zusammenarbeiten, genau so aber auch mit Kulturinstituten. Ich denke an Aktionen und gemeinsame Projekte. Wir müssen zusammen daran interessiert sein, dass wir mehr Menschen, vor allem auch jüngere, für bildende Kunst begeistern. Regensburg hat ein gutes Stammpublikum für Kunst. Das gilt es zu erhalten und zu erweitern.“

Die künftige Galeristin will in ihren Räumen Begegnungen mit Künstlern ermöglichen, Erwachsenen, aber auch Kindern die Gelegenheit bieten, sich vertraut zu machen mit aktuellen Positionen der Kunst. Sie will vermitteln, welchen Wert es für jeden hat, sich mit Kunst auseinanderzusetzen. „Ich will dazu ermuntern, Kunst zu sammeln und Wege aufzeigen, dass gute Kunst auch ohne dicke Brieftasche erschwinglich ist.“

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