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Kultur
Donnerstag, 18. Januar 2018 9

KOnzert

Eine gelungene Premiere des Sperger Trios

Bei einem Konzert im Naturkundemuseum erklangen unter anderem Raritäten von Joseph Haydn.
Von Gerhard Dietel, MZ

Das neu formierte Sperger Trio

Regensburg.Der Dienstherr Joseph Haydns, Fürst Nikolaus von Esterhazy, begeisterte sich eine Zeitlang für das Baryton, ein der Gambe verwandtes, doch mit zusätzlichen Resonanzsaiten ausgestattetes Streichinstrument. Haydn komponierte folglich fleißig in Hinsicht auf diese Liebhaberei des Fürsten: Über hundertzwanzig Trios schuf er, bei denen das Baryton die führende Rolle einnimmt.

Es machte Freude, beim sonntäglichen Konzert im Saal des Naturkundemuseums einmal drei der sonst kaum gespielten Barytontrios Haydns zu hören und dazu noch ein gleich besetztes Notturno Luigi Tomasinis, der als Geiger ebenfalls am Hof in Esterhaza tätig war. Einem leibhaftigen Baryton konnten die Zuhörer freilich nicht begegnen: seinen Part gestaltete Verena Kronseder auf der Viola da Gamba, was lediglich einen Klangfarbenwechsel, aber keinen Substanzverlust bedeutete. Ihre Partner waren Frank Wittich, der mit seinem Kontrabass das sichere Fundament legte, und Johanna Weighart, deren Viola-Part sich häufig eng mit der Baryton-Stimme verzahnte und im Unisono oder in weichen Terzen mit ihr ging, sich aber gelegentlich auch auf die Seite Frank Wittichs schlug, um parallel mit diesem Basis-Arbeit zu leisten.

Wenn auch die Musizierenden gelegentlich mit der nachlassenden Stimmung der Saiten zu kämpfen hatten, so vereinigten sie sich doch bei ihrer Interpretation zu einem ausgewogenen, harmonischen Musizieren von dunklem, fülligem und warm leuchtendem Klang.

Zwei Duo-Kompositionen ergänzten das Programm: eine Sonate für Viola da Gamba con Basso des ebenfalls in Esterhaza tätigen Franz Xaver Hammer, die Verena Kronseder Gelegenheit gab, in Doppelgriffen und schnellen Passagen höchste Virtuosität zu entwickeln. Frank Wittich konnte in einer Komposition Johann Matthias Spergers gleichfalls solistisch brillieren: Sein fünfsaitiger Wiener Kontrabass in einer von heutigen Gewohnheiten abweichenden gemischten Terz-Quart-Stimmung erlaubte es ihm, sich in geschwinden Dreiklangsbrechungen zu ergehen, die auf üblichen Kontrabässen kaum zu realisieren sind.

Apropos Sperger: Im Zeichen dieses vor genau 200 Jahren verstorbenen Kontrabassisten und Komponisten haben sich Verena Kronseder, Johanna Weighart und Frank Wittich heuer zum Sperger Trio zusammengeschlossen. Nach dessen gelungenem Auftritt im Naturkundemuseum kann man sich darauf freuen, dem Ensemble künftig wieder zu begegnen.

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