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Kultur
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Festival

Mal Jesus, mal Mörder, immer Freigeist

Sebastian M. Winkler lässt sich nicht leicht festlegen. Aber beim Regensburger Theater ist er bald fest engagiert.
Von Marianne Sperb, MZ

  • Scherzhafter Boxkampf mit Festival-Maskottchen Bugs Bühny: Sebastian M. Winkler sagt, dass er Freiraum braucht. Aber für das Theater Regensburg gibt er jetzt ein Stück Unabhängigkeit auf. Foto: altrofoto.de
  • Sebastian M. Winkler: ab der neuen Spielzeit festes Ensemblemitglied im Theater Regensburg Foto: altrofoto.de

Regensburg.Regensburg. Jesus, Mörder, Durchgeknallter: Sebastian M. Winkler ist nicht so leicht auf eine Rolle festzulegen. Im „Wilden Bayern“ war er jetzt als Gast in seiner künftigen Heimat zu sehen: als Psychiatrie-Patient mit Hasenohren auf der Mähne in „Einer flog über das Kuckucksnest“. Ab der neuen Spielzeit gehört der Münchner fest zum Regensburger Ensemble.

„Regensburg ist im Moment ein Punkt, der mich offensichtlich anzieht.“ Für den 34-Jährigen, der seit 2009 frei arbeitet und sich einen überzeugten Freigeist nennt, häuften sich 2015 die Engagements an der Donau. Schließlich stellte sich die Frage, wenigstens für ein Jahr hier zu unterschreiben. „Ich habe festgestellt: Ich kann hier gut atmen.“ Das auffallend gute Klima am Theater, reizvolle Rollen (etwa in „Hamlet“ und in „The Producers“) und die Stadt ziehen ihn an. „Ich bin Italien-Fan. Und seit ich 2015 das erste Mal nach Regensburg kam, hupft mir bei der Anfahrt immer a bisserl das Herz.“ Winkler kennt die sehr kleinen Häuser wie Eggenfelden, die sehr großen auch: Resi, Gärtnerplatz, Staatstheater Stuttgart. Er dreht fürs TV („Rosenheim Cops“, „München 7“) und hat auf der Bühne Erfolg. 2013 holte er den Nachwuchspreis Wunsiedel. Am Theater an der Rott reizte ihn die Arbeit mit Intendant Róbert Alföldi („Die Möwe“), später das Spiel mit Regisseur Bernd Liepold-Mosser in „Einer flog...“: „Bei ihm“, sagt er, „hat man als Schauspieler große Freiheit.“

Das M. im Namen ist Winklers Branding. „Ich wollte ihn einprägsamer.“ Auch beim M. legt er sich nicht fest. Es könnte für Murphy, den Zahnfleischbluter, stehen. B.-G. Murphy war Anfang der Nuller-Jahre Winklers Name in der Band Moreshi. Der Trompeter und seine Kumpels nannten sich nach den Figuren aus der Kultserie „Die Simpsons“. Sie gaben auch in Interviews ihre Identität nicht preis und ließen sich die Künstlernamen sogar in den Personalausweis eintragen. Die Band – Slow-/Blow-Musik zwischen Jazz und Punk – machte Furore. 2002 etwa wurde sie Münchens „Act des Jahres“.

Regensburg ist dem Schauspieler vertraut. 2015 lebte er während seiner Engagements elf Monate im Wohnwagen an der Donau. „Nicht aus Geldgründen. Aber dort ist der Fluss nah. Und ich wohne beruflich ja so oft im Hotel. Als Camper ist man freier.“

Sebastian M. Winkler ist einer der Akteure bei der Lesung „aussi grasn“ am Fr., 3. Juni, 22 Uhr, Foyer Neuhaussaal.

Video: MZ

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