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Kultur
Sonntag, 28. August 2016 32° 1

Konzert

Mit den Prinzen in München auf Zeitreise

25 Jahre ist es her, dass ehemalige Chorknaben als die Prinzen auf der Bühne standen. Jetzt sind sie wieder auf Tour.

Tobias Künzel (links) und Sebastian Krumbiegel (rechts) von der Band „Die Prinzen“ bei einem Auftritt mit dem Sänger Andreas Bourani in Leipzig. Foto: Archiv/dpa

München.Ein Auftritt aus ihrer Anfangszeit ist den Prinzen ganz besonders in Erinnerung geblieben. Auch 25 Jahre später denkt Sebastian Krumbiegel, Sänger und Gründungsmitglied der Band, noch gerne daran zurück: „Die Platte war noch gar nicht draußen. Nur ein paar Songs liefen schon im Radio.“ Auf einem Festival am Steinhuder Meer sangen dann 20 000 Leute ihre Lieder. Da hätten sie sich das erste Mal gefühlt wie Popstars auf Wolke sieben, sagt Krumbiegel.

Mehr als zwei Jahrzehnte später feiert die Band den Auftakt ihrer Jubiläumstour in einem etwas anderen, kleineren Rahmen. Rund 2000 Fans sind gekommen, um ihre Idole aus den Neunzigern bei deren Tourauftakt in der Münchner Philharmonie zu bejubeln.

Mit mehr als sechs Millionen verkauften Platten und zahlreichen Musikpreisen haben die Prinzen Erfolge vorzuweisen, die in der deutschen Musiklandschaft selten sind. Auch heute gelten sie noch als eine der erfolgreichsten deutschen Bands aller Zeiten. Mit ihrem Debütalbum „Das Leben ist grausam“ eroberten sie in den Neunzigern die CD-Regale im Sturm.

Ein Klassiker der Band: Küssen verboten. Sehen Sie hier ein Video von der NDR Sommertour:

Prinzen enttäuschen nicht

Und die damaligen Hits sind auch genau jene, die ihre Fans im Jahr 2016 zum Tourauftakt in München wieder hören wollen. Ihre Prinzen enttäuschen sie nicht. Mit Langhaarperücken und Röhrenjeans lassen Krumbiegel und die vier anderen Gründungsmitglieder Tobias Künzel, Henri Schmidt, Jens Sembdner und Wolfgang Lenk die Neunziger nicht nur musikalisch für die ersten fünf Titel ihres Konzerts wieder aufleben. Bei „Mann im Mond“ und „Millionär“ kann der eingefleischte Prinzen-Fan nicht anders, als sich zu einem rhythmischen Klatschen hinreißen zu lassen.

Die Prinzen, genauso wie ihre Fans, sind älter geworden. Die rotzige Attitüde und die gewagten Frisuren sind Krawatte und Kurzhaarschnitt gewichen. Auch musikalisch hat sich die Band verändert. „Ruhiger sind sie geworden. Früher, da war die Musik einfach fetziger“, meint Susanne Zeybekoglu (43), Prinzen-Fan der ersten Stunde. Aber auch die neue Platte gefalle ihr. „Das sind schließlich die Prinzen. Die sind cool.“ Ihr Lieblingshit sei nach wie vor „Millionär“ – seit Ewigkeiten habe sie das Lied schon als Handyklingelton.

„Nach vorne blicken“

Der Großteil des Publikums scheint ihre Meinung zu teilen. Während bei den altbewährten Hits aus den Neunzigern noch die Füße im Takt wippen und zumindest vereinzelt mitgesungen wird, macht sich bei den neuen Titeln im Publikum größtenteils Zurückhaltung breit. „Wir sind keine Band, die auf ihren alten Erfolgen rumreitet und jetzt mit ihren Oldies auf Tour geht“, sagt Krumbiegel über die Tournee. Nach vorne wollten sie blicken und nicht zurück.

Am Ende ihrer Show wagen die Prinzen ihn dann aber doch noch einmal – den Blick zurück. Und ihre Fans danken es ihnen. Als die Band zum Finale mit „Alles nur geklaut“ einen ihrer größten Hits anstimmt, hält es niemanden mehr auf dem Sitzplatz. Mit hochgerissenen Armen und Jubelrufen feiern die Fans ihre Prinzen. Ein würdiger Abschluss für einen Jubiläumsabend, an dem ein Vierteljahrhundert erfolgreicher Bandgeschichte gefeiert wird. (dpa)

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