mz_logo

Kultur
Mittwoch, 21. Februar 2018 3

Konzert

Musikalische Reise durch Amerika

Der zweite Sonatenabend des Theaters Regensburg sorgte mit „Jazz Chamber Music“ bei den Besuchern für gute Stimmung.
Von Gerhard Dietel

Der Komponist und Pianist Michael Publig Foto: Nancy Horowitz

Regensburg.Von Sonaten ist diesmal, beim zweiten „Sonatenabend“ des Theaters Regensburg, keine Spur zu entdecken. „Jazz Chamber Music“ wird den zahlreichen Besuchern im Foyer des Neuhaussaals präsentiert, im Rahmen einer geografischen Reise durch die „drei Amerikas“. „Jazz Chamber Music“: Das ist ein Begriff, den der Wiener Komponist und Pianist Michael Publig geprägt hat, in Nachfolge der Idee des „Third Stream“ der 1950er Jahre, der europäische Kunstmusik und Jazz zu verbinden trachtete. Michael Publig sitzt selbst am Flügel und hat aus Wien den Gitarristen Antonis Vounelakos mitgebracht. Wunderbar harmonieren die beiden Gäste mit zwei Musikern des Regensburger Orchesters, die sich bei diesem Konzert, oder besser gesagt bei dieser Session von ungewohnt jazz-affiner Seite zeigen: Tomasz Skweres (Cello) und Frank Wittich (Kontrabass). Die Arrangements für die ungewöhnliche Kombination dieser teils elektronisch verstärkten Instrumente stammen von Publig selbst, der auch als Moderator das Publikum gut gelaunt durchs Programm führt.

Bei einigen Nummern von George Gershwin grooven die vier gleich los, dass es eine Art hat und mancher Fuß im Publikum rhythmisch mitwippt. Spielfreude und Temperament herrschen auch in allen folgenden Nummern, ob nun bei Publigs eigenem „To Brothers“, ob bei den kammermusikalisch bearbeiteten und dadurch kantiger wirkenden Tänzen aus Bernsteins „Westside Story“ oder den lateinamerikanischen Beiträgen von Astor Piazzolla („Revirado“) und Antonio Carlos Jobim („Waves“). Publigs Musizierpartner dürfen ihre instrumentalen Künste jeweils auch solistisch zeigen. Tomasz Skweres präsentiert mit „Guillotine“ eine halb aggressive, halb schaurige Eigenkomposition, Antonis Vounelakos sein vom Flamenco inspiriertes „Rondena“, und Frank Wittich leitet mit einer dem „Concerto di Aranjuez“ huldigenden Pizzicato-Glissando-Improvisation gekonnt über zu Chick Coreas „Spain“. Einige fremde Gäste werden auf die musikalische Reise durch Nord-, Süd- und Mittelamerika mitgenommen, so „Eleanor Rigby“ von den Beatles oder Schumanns „Von fremden Ländern und Menschen“ aus den „Kinderszenen“. Publig intoniert Schumanns Original, ehe er es zusammen mit Antonis Vounelakos in Choro-Manier verarbeitet: Schumann goes Brazil. „I Feel good“ heißt die Schlussnummer des offiziellen Programms und mit diesen Worten kann man auch ein Fazit ziehen: Dieser musikalische Abend hat in der Tat für durchweg gute Stimmung gesorgt.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht