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Kultur
Freitag, 21. Juli 2017 30° 8

Theater

Rarität aus Puccinis Schatztruhe

Regensburg bringt „Edgar“ mit allen vier Akten auf die Bühne: eine deutsche Uraufführung, 93 nach dem Tod des Maestro.

Der vierte Akt von „Edgar“ ist Puccini in Reinkultur. Tolle Arien, wunderbare Musik“, schwärmt der Regensburger Intendant Jens Neundorff von Enzberg. Foto: Niering

Regensburg.Jens Neundorff von Enzberg wollte am Freitag im Herzogspark eine veritable Theater-Sensation verkünden: die Uraufführung einer Puccini-Oper! Was für eine Zeile: ein Werk von einem der berühmtesten Opernkomponisten überhaupt, 93 Jahre nach dem Hinscheiden des italienischen Maestro, erstmals zu erleben in Regensburg auf der Bühne.

Am Donnerstagnachmittag wurde klar: Das Theater Regensburg war der Fehlinformation eines Verlags aufgesessen, und aus der Welt- wurde – zack! – eine deutschsprachige Uraufführung.

„Edgar“, ein Frühwerk von Giacomo Puccini, erlebte 1889 in der Mailänder Scala die allererste Vorstellung – und fiel krachend durch. Später strich der Komponist Akt vier, verschlankte die Oper – und landete einen Erfolg. Heute ist nur Kennern bewusst, dass „Edgar“ zunächst vier Akte hatte. Und: Erst 2007 tauchten Teile der Originalpartitur im Nachlass einer Puccini-Erbin auf. Die Lang-Fassung erlebte dann 2008 in Turin ihre Uraufführung.

Der Anstoß, die selten gespielte Geschichte um Edgar und die verführerische Außenseiterin Tigrana in Regensburg auf die Bühne zu bringen, kam von Alexander Joel. Der Bruder des Pop-Superstars Billy Joel war bis 2014 Generalmusikdirektor am Staatstheater Braunschweig, wo Regensburgs Intendant bis 2012 Operndirektor war.

Alexander Joel dirigierte „Edgar“ im Oktober 2016 in Dortmund. Das erste Mal in Deutschland war die Oper in vier Akten zu hören, inklusive der gefühlvollen Arien, die Puccini einst gestrichen hatte. In Regensburg wird diese Erstfassung im April 2018, das erste Mal bundesweit, auch szenisch umgesetzt, von Regisseur Hendrik Müller, der bereits in der aktuellen Regensburger Opernproduktion „Freax“ ein gutes Händchen gezeigt hat.

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