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Kultur
Montag, 20. November 2017 7

Jubiläumskonzert

Sechs Stimmen, ein perfektes Klangbild

Das Vocalensemble Singer Pur gastiert auf Bühnen in ganz Europa. Das 25-jährige Bestehen aber feierte es da, wo alles begann.
Von Gerhard Dietel, MZ

Die breite Vielfalt des Repertoires von Singer Pur gleicht einer Zeitreise durch die Epochen der Musikgeschichte. Foto: Pfeifer

Regensburg.Auf fünfundzwanzig künstlerisch höchst erfolgreiche Jahre kann das Vokalsextett Singer Pur zurückblicken. Es feiert dieses runde Jubiläum unter anderem im Rahmen der „Rathauskonzerte“ im Reichssaal.

Fünf ehemalige Domspatzen bildeten die ursprüngliche Formation, und diesen „Wurzeln“ wendet das Programm sich zunächst zu. Ein Domspatzenensemble gratuliert mit Sätzen von Palestrina und Duruflé, die in wunderbarer Balance von Linienfluss und akkordischem Vollklang ertönen.

Wie ein leuchtender Favoritchor

Gemeinsam mit Singer Pur gestalten die Domspatzen auch eine Uraufführung: Eine Psalmvertonung des an diesem Abend extra von fern angereisten Komponisten Ivan Moody verweist trotz neuerer Klangfolgen zurück auf altmeisterliche Vokalpolyphonie, bei der die Stimmen von Singer Pur immer wieder wie ein leuchtender Favo-ritchor aus dem Gefüge hervortreten.

Einen Streifzug durch die musikalischen Projekte ihrer gemeinsamen Jahre unternehmen die Mitglieder von Singer Pur anschließend: Markus Zapp (Tenor) und Marcus Schmidl (Bass), die beiden noch aktiven Gründungsmitglieder, zu denen sich im Laufe der Zeit die weiteren Tenöre Rüdiger Ballhorn und Manuel Warwitz gesellten, der Bariton Reiner Schneider-Waterberg sowie die Sopranistin Claudia Reinhard. Beglückt vernimmt man beim Hören, wie diese einzelnen Stimmen sich zu einem perfekt abgestimmten Gesamtklang runden, aus denen keine jemals ungebührlich hervorsticht.

Stets angenehm leichtgewichtig

Geschmeidig treten Soli heraus und wieder zurück, während die übrigen Ensemblemitglieder einen vokalen oder angedeutet quasi instrumentalen Klangrahmen spannen. Humoristische Effekte kommen dabei nicht zu kurz, werden aber nie aufdringlich, sondern stets angenehm leichtgewichtig serviert.

Wunderbar ist die Stilsicherheit, mit der sich das Ensemble in stetem Wechsel zwischen Alt und Neu, zwischen „ernstem“ und unterhaltsamem Tonfall bewegt. Avantgardistisches von György Ligeti oder die virtuos mit Silben und Phonemen spielende „Story“ von John Cage sind da ebenso überzeugend gestaltet wie die Jazz-Intonationen von Chick Coreas nächtlicher „Crystal Silence“ oder die geschickt arrangierten Pop-Nummern von Sting.

Sanft angeschrägte Harmonien

Nicht vergessen darf man in diesem Zusammmenhang, dass zahlreiche der erklingenden Arrangements oder Neu-Kompositionen direkt auf Initiative des Ensembles hin entstanden sind, das heute zu den führenden A-cappella-Formationen gerechnet wird.

Das gilt besonders für die „entstaubten“ Volkslied-Arrangements, zu denen man auch das Brahmssche „Guten Abend, gut Nacht“ rechnen kann, das nach dem anhaltenden Schlussapplaus das begeisterte Publikum in sanft angeschrägten Harmonien verabschiedet.

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