mz_logo

Kultur
Donnerstag, 14. Dezember 2017 7

Auszeichnungen

Shawn Mendes triumphiert bei MTV Awards

Der Sänger ist mit vier Preisen der große Gewinner der MTV Europe Music Awards. Der 19-Jährige feiert mit seiner Oma.
Von Philip Dethlefs, dpa

  • Shawn Mendes mit seinen Awards für „Best Song“, „Biggest Fans“ und „Best Artist“. Foto: Vianney Le Caer
  • Rapper Stormzy hat die Polizei gebracht. Foto: Joel Ryan/Invision
  • Sie springen am schönsten: Die irische Band Jedward. Foto: Ian West

London.Sechsmal war Amerikas Superstar Taylor Swift („Look What You Made Me Do“) nominiert. Doch die als Favoritin gehandelte Sängerin ging bei bei den MTV Europe Music Awards in London am Sonntag überraschend leer aus.

Womöglich hatte sie es geahnt. Swift, die im Oktober ein Musikvideo in London gedreht hatte, erschien gar nicht erst. Der große Gewinner war hingegen vor Ort. Der erst 19 Jahre alte Kanadier Shawn Mendes räumte drei Preise ab.

Swift musste sich unter anderem in der Kategorie Best Pop der amerikanisch-kubanischen Sängerin Camila Cabello geschlagen geben. Der Award für das Beste Video ging an US-Rapper Kendrick Lamar („HUMBLE.“), der nicht anwesend war und beinahe gelangweilt per Videobotschaft grüßte. Dass Lamar den Preis bekam und nicht die Sängerin Katy Perry („Bon Appétit“), dürfte ein kleiner Trost für Swift gewesen sein. Perry gilt als ihre Intimfeindin.

Der kanadische Sänger und Songwriter Shawn Mendes bei den MTV Europe Music Awards. Foto: Ian West

Den EMA als Bester Künstler bekam Mendes. Der Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalist wurde außerdem für den Besten Song („There's Nothing Holdin' Me Back“) ausgezeichnet - sowie als Bester Kanadischer Interpret und für die Größten Fans. Der Sieger in dieser relativ bedeutungslosen Kategorie war vor der Veranstaltung über die Anzahl von Hashtags in den sozialen Medien Twitter und Instagram bestimmt worden. Mendes feierte den dreifachen Erfolg mit seiner Großmutter. „Sie ist mitgekommen, um hier mit mir abzuhängen“, scherzte er. Oma Mendes war sichtbar stolz.

Viel Werbung, wenig ereignisreich

Die britische Sängerin Rita Ora moderierte die Show. Foto: Joel Ryan

Das junge Publikum in der Wembley-Arena kreischte oft und laut. Aber insgesamt war die von zahlreichen Werbeblöcken unterbrochene Show im Vergleich zu den Vorjahren ereignisarm. Die Londoner Sängerin Rita Ora mühte sich als Moderatorin redlich darum, für etwas Schwung zu sorgen. Aber viele Superstars fehlten. Deshalb wurden einige Awards im Schnellverfahren vergeben. Der britische Sänger Ed Sheeran, derzeit in Asien auf Tournee, wurde als Bester Live-Künstler geehrt, die britische Sängerin Dua Lipa als Beste Newcomerin.

Rapper Eminem („The Real Slim Shady“) erhielt den Award als Bester Hip-Hop-Künstler und wusste nach eigenen Angaben selbst nicht warum. Überreicht wurde ihm der Preis von der US-Gruppe Prophets Of Rage mit ehemaligen Mitglieder von Public Enemy, Cypress Hill und Rage Against The Machine, was für einen Moment peinlicher Stille sorgte. Denn den vielen Jugendlichen in der Wembley-Arena waren die MTV-Ikonen der 80er und 90er Jahre kein Begriff mehr. Der Applaus blieb aus.

Die US-amerikanische Rockband Thirty Seconds to Mars bei den MTV Europe Music Awards. Foto: Ian West

Etwas merkwürdig geriet auch die Dankesrede der US-Rocker Thirty Seconds To Mars, die den Preis als Beste Alternative-Band erhielten. Sänger Jared Leto wirkte seltsam abwesend, widmete die Auszeichnung dem Publikum und warb für eine Tournee im kommenden Jahr. Auch sein Outfit hätte eine Auszeichnung verdient gehabt. Leto trug eine rosafarbene Bluse mit einem lilafarbenen Jacket, dazu eine glänzend rote Trainingshose. In der Kategorie Best Look gewann allerdings der ehemalige One-Direction-Star Zayn Malik („Pillow Talk“).

Die Band U2 mit Adam Clayton (l-r), Bono, Larry Mullen Jr und the Edge bekam den „Icon“-Award. Foto: Joel Ryan

Zum Abschluss der MTV Europe Music Awards 2017 wurden U2 mit dem „Global Icon Award“ geehrt. Die irische Rockband war am Vorabend unter großem Jubel auf dem Trafalgar Square im Zentrum Londons aufgetreten. Doch in der Halle konnten Bono und Co. nach mehreren Jahrzehnten im Musikgeschäft nicht mehr so viel Geschrei hervorrufen wie ihre jüngeren Musikerkollegen, darunter Gewinner Shawn Mendes.

Weitere Kulturmeldungen finden Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht