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Kultur
Mittwoch, 23. August 2017 27° 1

Auszeichnung

Stimmwerck bekommt Kulturpreis

Der Bezirk ehrt das Ensemble, das seit 2005 am Adlersberg sein Festival aufzieht. Ein Förderpreis geht an einen Filmemacher.
Von Marianne Sperb, MZ

  • Die Stimmwercker, in eindrucksvoller Pose für die Stimmwercktage 2015: Die Formation erhält einen der drei Kulturpreise des Bezirks Oberpfalz. Am 29. Juli startet das diesjährige Festival.Foto: M. Davidoff
  • Moritz Kirchner beim Dreh zu „ICH“: Das Projekt des Labels „AAG Pictures“ wird mit dem Jugend-Kulturförderpreis ausgezeichnet. Foto: MZ-Archiv

Regensburg.Regensburg. Klaus Wenk ist am Montag hocherfreut – aber nicht wahnsinnig überrascht. „Wir sind schon so lange in der Kulturszene unterwegs und machen unser Ding – da wundert mich die Auszeichnung gar nicht so sehr.“ Der Sänger, Programmchef im Aurelium Lappersdorf, hat gerade erfahren, dass Stimmwerck dieses Jahr einen der drei Kulturpreise des Bezirks Oberpfalz erhalten wird. Das international renommierte Ensemble aus Brennberg mit Klaus Wenk, Gerhard Hölzle, Marcus Schmidt und Franz Vitzthum ist vor allem durch die Stimmwerck-Tage populär. Jedes Jahr Ende Juli gibt das Quartett auf dem Adlersberg der Musik der Renaissance eine Plattform.

2005 ging das Festival an den Start, damals dem Komponisten Jakob Obrecht zum 500. Todestag gewidmet. „Das war damals eine verrückte Sache, ziemlich abgefahren, und wurde dann Kult“, erinnert sich Wenk. Heute müssen die Macher keine Werbung mehr machen. Die kleine Reihe wird von Jahr zu Jahr angesagter. Hochkarätige Künstler sind zu Gast, die Musik ist in ein üppiges Rahmenprogramm gebettet – und die Stimmwerck-Gemeinde pilgert treu auf den Klosterberg vor den Toren Regensburgs. Bei jedem Konzert ist das Kircherl gefüllt.

Bewegungsprofil aus Archivquellen

Der Kulturpreis des Bezirks ist mit 3500 Euro dotiert – ein nettes Polster für die Stimmwercker, die ihr anspruchsvolles Programm bei freiem Eintritt präsentieren. Der Bezirk hat am Montag außerdem Rainer Christoph aus Altenstadt/Waldnaab einen Kulturpreis zuerkannt. Als Vorsitzender des Fördervereins Goldene Straße steht er für grenzüberschreitende Kulturarbeit im bayerisch-böhmischen Grenzraum. Historikerin Dr. Manuela Daschner aus Zell (Landkreis Regensburg) erhielt einen Kulturpreis für ihre außergewöhnliche Studie: Anhand von Archivquellen erstellte sie das Bewegungsprofil der ländlichen Bevölkerung vor 200 Jahren in der Herrschaft Falkenstein.

Der Denkmalpreis, dotiert mit 5000 Euro, geht an den Kulturhistorischen Verein Gnadenberg, der das Konventgebäude des Klosters im Landkreis Neumarkt mustergültig saniert hat.

Drei junge Teams werden mit Jugend-Kulturförderpreisen geehrt, dotiert mit je 500 Euro: die AG Farbtupfer der Grundschule Fischbach (Landkreis Schwandorf), das Projekt „Gewalt in Teenagerbeziehungen“ an der Maximilian-Kolbe-Schule in Neumarkt und ein Kurzfilmprojekt aus Regensburg, „ICH“, das Debüt des Labels „AAG-Pictures“.

Moritz Kirchner und ein filmbegeistertes Team vom Albrecht-Altdorfer-Gymnasium drehten einen 13-Minuten-Streifen über die Sinnsuche eines Jugendlichen. Der Junge ist unglücklich, mit sich selbst unzufrieden. Er schläft im Unterricht ein und träumt sich in verschiedene Rollen. Als er aufwacht, ist er immer noch unglücklich – aber er trifft auch ein Mädchen. Mit ihr findet er zur Botschaft des Films: „Ich bin ich.“ Moritz Kirchner schrieb mit Regisseur Jannik Wittmann das Drehbuch, lieferte die Idee, war Kameramann, Cutter, Produzent. „Aber ich hab’ das natürlich nicht allein gemacht. Bitte schreiben Sie das auch“, sagt der 16-Jährige am Montag, als er von der Auszeichnung erfährt.

Von A bis Z selbst gemanagt

Die Jury war vor allem von der Eigenständigkeit angetan, mit der die Schüler den Film umsetzten, von der Sponsoren-Akquise bis zum Marketing. Beim Bezirk reichten die jungen Filmemacher für ihre Bewerbung um den Preis auch ein Making-of-Video und eine Projekt-Dokumentation ein. Auf Youtube sahen „ICH“ im Juni rund 8000 Menschen. Und: Die Auszeichnung des Bezirks ist schon die zweite Ehrung. Den AAG-Preis, vergeben vom Verein der AAG-Freunde und dotiert mit 500 Euro, holte der Film auch. Kirchner, abgeklärt wie ein alter Hase, freut sich: „Das gibt ein hübsches Budget für den nächsten Film.“

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