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Kultur
Samstag, 18. November 2017 5

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US-Autor Whitehead: „Der Mob war immer da“

Sein Sklavenroman „Underground Railroad“ ist in diesem Jahr zu einem der bedeutendsten Werke geworden. Jetzt äußert sich Autor Colson Whitehead zu den den Ereignissen in Charlottesville. Dabei stellt er einen geschichtlichen Vergleich an.

Der US-amerikanische Autor Colson Whitehead vergleicht die rassistischen Ausschreitungen von Charlottesville mit der Lynchjustiz gegen Afroamerikaner in den USA des 19. Jahrhunderts. Foto: Rolf Vennenbernd

Berlin.Die Geschichte scheint sich zu wiederholen: Den US-amerikanischen Autor Colson Whitehead erinnern die rassistischen Ausschreitungen von Charlottesville an die Lynchjustiz gegen Afroamerikaner in den USA des 19. Jahrhunderts.

„Der Mob vom letzten Wochenende in Charlottesville, Virginia, ist der Lynchmob von früher“, sagte er. „Es ist dieselbe amerikanische Finsternis.“

Whiteheads mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneter Sklavenroman „Underground Railroad“, der um 1850 spielt, gilt als eines der wichtigsten Bücher dieses Jahres in den USA. „Ohne die Auslöschung der Indianer, ohne die Versklavung von Afrikanern gäbe es Amerika nicht“, sagte Whitehead (Jahrgang 1969). Was man in Charlottesville erlebt habe, „haben wir die ganze amerikanische Geschichte hindurch erlebt“. Der Mob sei immer da gewesen.

Am vergangenen Wochenende war bei rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville (Virginia) eine Gegendemonstrantin von einem Auto erfasst und getötet worden. 19 Menschen wurden verletzt. Die Reaktion von US-Präsident Donald Trump, der beiden Seiten die Schuld gab, wurde scharf kritisiert.

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