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Kultur
Donnerstag, 18. Januar 2018 9

Musik

Weihnachtsoratorium stimmt auf Fest ein

Die Regensburger Kantorei unter Leitung von Roman Emilius erntet für ihren Auftritt in der Dreeinigkeitskirche viel Beifall.
von Gerhard Dietel

Die Regensburger Kantorei gab in der Dreieinigkeitskirche Bachs „Weihnachtsoratorium“ zum Besten. Foto: Archiv/Peter Pavlas

Regensburg.Der letzte mächtige D-Dur-Akkord steht noch wie eine Säule im Raum, dann bricht der Beifall der zahlreichen Besucher in der Dreieinigkeitskirche los. Sie feiern die Musiker für eine gelungene Aufführung der ersten drei Kantaten von Bachs „Weihnachtsoratorium“, dieser schier unverzichtbar gewordenen Einstimmung auf das Christfest. Dieses Jahr hat KMD Roman Emilius, der die Gesamtaufführung umsichtig leitet, Bachs Musik eine Hinführung vorangestellt: Der Chor der Kantorei intoniert zunächst im Wechsel von schwingenden Rhythmen, prägnanter Textdeklamation und Legatopassagen die sechsstimmige Motette „Das ist je gewisslich wahr“ von Heinrich Schütz. Anschließend ertönt, unter Beteiligung des kleiner besetzten Raselius-Chors die selten zu hörende Bach-Kantate „Meine Seele erhebt den Herren“ mit ihren textlichen Advents-Bezügen.

Doch dann, unter Paukenschall und Trompetenglanz, darf Weihnachten Einzug halten. „Jauchzet, frohlocket“ stimmt der Gesamtchor klangprächtig und dennoch mit lockerer Führung in den Einzelstimmen an. Von „matten Gesängen“, gar von „Lallen“, wie es der Textdichter als Geste der Demut formuliert hat, kann keine Rede sein. Hellwach und präsent zeigen sich die Sängerinnen und Sänger in der ihnen lang vertrauten Partitur. Sie zeigen sich sicher in den polyphon bewegten Sätzen und mit breitem, flächigem Klang in den dynamisch und im Tempo höchst differenziert interpretierten Choralstrophen.

Den ebenso wichtigen, instrumentalen Gegenpart zum Chor realisiert das historisch informiert spielende Orchester „La Banda“ als Gesamtformation sowie mit individuellen Auftritten. Sanfte Flötenstimmen färben den Streicherklang, die Oboen malen bukolische Hirtenstimmung und die Trompeten bleiben bei aller Prachtentfaltung kammermusikalisch zurückhaltend. Nicht zu vergessen auch die ein sicheres Fundament bildende Continuogruppe mit einem solistisch mehrfach heraustretenden Cello.

Ein vorzügliches Solistenquartett sorgt für weitere Höhepunkte. Ein wenig schade ist, dass es hinter dem Orchester postiert ist, was es vor allem Marina Szudras federleichtem Sopran erschwert, durchzudringen. Anna Haase von Brincken verströmt mit ihrem Alt wunderbare Ruhe in ihrer „Schlafe mein Liebster“-Arie und Thomas Gropper (Bass) zeigt sich wendig im Wechsel von Kraftentfaltung und Lyrizismen. Im Rampenlicht steht vor allem Mario Friedrich Eckmüller (Tenor): Er präsentiert sich als überaus geschmeidig den Text ausgestaltender Evangelist, der auch den Koloratur-Herausforderungen der Arie „Frohe Hirten, eilt“ gewachsen ist.

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